Sonntag, 7. September 2014

Wochenrückblick

Guten Morgen! Wieder einmal geht es in Stichpunkten durch meine Woche. Hier, bitteschön, eine Tasse Kaffee für jeden -


- und los geht es.

[Wetter] Anfangs trübe, seit der Wochenmitte bombastisch sommerlich mit bis zu 28°. Einfach herrlich.

[Gesundheit] Die Hummel war defekt bis gestern. Ich war die ganze Woche total erkältet, mit allem Drum und Dran. Fieber ging erst Freitag weg und ab Samstag konnte ich wieder normal sprechen ohne dauernde Hustenanfälle.

[Gesehen] Satte, gelbgoldene Sonnenuntergänge (die Sonne steht jetzt immer tief, wenn ich von Job B komme).
Bernd das Brot mit dem singenden Klo.
Viele nette Menschen.

[Gehört] Lautes Trappeln auf dem Dach - dann sah ich eine Elster über das Dachfenster hüpfen. Ich glaube, die haben da oben Fangen gespielt.
Regenprasseln.
Kinder am Klavier.
Kinder am Schlagzeug.
Applaus.

[Gelesen] Den Drachenbeinthron ausgelesen. Begonnen habe ich mit Terry Pratchetts "Der Club der Unsichtbaren Gelehrten". Sonst noch Blogs, Foren, Noten, wie immer.

[Gemacht] Nase geputzt. Wohnung geputzt. Chor geputzt.
Die Teepakete verschickt - das an Tamesis erkältungsbedingt etwas später. Bei Valo, Heike und Athena ist auch alles schon gut angekommen - vielen Dank für Eure Rückmeldungen! :)


[Gegessen / Getrunken] Ringelblumentee gegen die Erkältung. Gestern aus Hunger und Faulheit einen Flammkuchen aus einer Anrührmischung, der nicht nur widerlich war, sondern auch noch heute Bauchschmerzen verursacht. Smoothies. Viel Obst und Gemüse, frische Salate. Selbstgebackenes Sonnenblumenkernbrot. Nicht selbstgebackenen Mohnzopf. Bitterschokolade. Kaffee (aber deutlich weniger als wenn ich gesund bin).

[Geärgert] Muß ich wohl jede Woche wieder sagen: 35-km/h-Fahrer, die vermutlich denken, durch schiere Langsamkeit im Stadtverkehr erhöhe sich das Maß der Sicherheit, auch wenn man ohne zu blinken, ohne Schulterblick, aber angeregt mit dem Beifahrer redend die Spur wechselt… MOAAAAAH.
Über jemand Renitentes, den ich eigentlich mag, der aber derzeit abends auf seltsame Ideen kommt. Und zwar jeden Abend wieder, egal wie freundlich ich jedes Mal nein danke sage. -.-

[Gefreut] Über schöne Komplimente. :)
Über ein gar nicht so schlecht und vor allem recht hochkarätig besuchtes Konzert mit sehr freundlichem Feedback von der Konkurrenz.
Über einen total lieben Bekannten, der immer die richtigen Worte findet.
Über eine neue Freundschaft - ich glaube, es gibt doch noch Leute hier in Hummelhausen, die so richtig passen. Ich habe ja immer etwas darunter gelitten, daß ich hier zwar hunderte Bekanntschaften habe, aber niemanden wie meine Mädels, die überall in Deutschland verstreut sind. Aber jetzt… jetzt habe ich wohl tatsächlich mal jemanden gefunden, der so tickt wie ich. Hurrah!
Über die Idee von Athena und ihrem Mann, es mal eine zeitlang vegan zu versuchen. ♥ Ich kann gar nicht sagen, wie großartig ich das finde, nicht zuletzt wegen ihrer Darmerkrankung. Beide Daumen hoch für den Mut, an etwas für sie so Grundlegendem zu rütteln.
Über ein neues Mitglied in meinem Chor, das mir nach der letzten Probe eine kurze Nachricht geschickt hat mit einem Danke dafür, daß er mit mir musizieren darf. Ich habe mich darüber wirklich gefreut wie bekloppt.

[Geschenkt bekommen] Giottos (oder heißen die dann Giotti?) von einer meiner niedlichsten Schülerinnen. Kann ich natürlich nicht essen. Andererseits wollte ich dem Kind nicht erklären, was vegan bedeutet. Also habe ich es einem anderen Kind weitergeschenkt, dessen Mutter gelacht und sich gefreut hat.
Tee (haha) und Kekse mit Vollmilchschokolade (geht beides direkt in den Chor).
Vegane Schakalode, eine Anrührmischung für veganes Eis und ein Armband von der Kinderkrebshilfe Frankfurt. Die liebe Smiley, die ein ganz wunderbarer, dem Leben und ihrer Umgebung gegenüber extrem aufmerksamer, Anteil nehmender Mensch ist, hat mir das alles mitgebracht, als sie auf einen Konzertbesuch war. Auf dem Armband steht DUMUSSTKÄMPFEN - Es ist noch nicht verloren. Ich bin wirklich sehr gerührt - und keine Angst, ich gebe mich nicht verloren, schlimme Träume und Erinnerungen hin oder her. :) Auch die letzten Altlasten werden eines Tages keine Rolle mehr spielen, da glaube ich ganz fest dran.



[Gekauft] Unterrichtsmaterial. Ich hoffe, das geht durch die Steuer - wat so 3 Notenhefte kosten, gnah.
Eine Slackline! Ich habe heute eine Viertelstunde damit verbracht, herauszufinden, wie die Ratsche funktioniert. Nachher geht es irgendwo in den Wald, den ersten Test starten. Oder versuche ich es auf dem Balkon? Das Eisengitter sollte stabil genug sein. Jedenfalls brumme ich richtig vor Vorfreude. :D

[Gewundert] Über eindeutig zweideutige Angebote von gleich 2 Männern. Mit dem einen ist das relativ normal - das ist schon seit Ewigkeiten unbeschwertes Flirten auf Distanz. Auf große Distanz. ^^
Aber der andere? Meine Güte, keine Ahnung, wo das plötzlich herkommt. Also mein Leben wird zumindest nicht langweiliger, wenn ich sowas auch nur schwer als Kompliment mißverstehen kann. Aber hey - es bleibt bunt. Und ich habe auf diese Art immer wieder gute Gelegenheiten, Neinsagen zu üben. Wie schön; wenn es schon niemanden gibt, zu dem man aus vollem Herzen Ja sagen kann, kann man sich ja wenigstens die Idioten vom Leib halten. :)

[Gedacht] Das ist jetzt nicht Dein Ernst.
Alkohol macht nichts Gutes mit Dir.
Uuuuuuuuuuuuh (von der Arbeit nach Hause gegangen, vergessen, das Fenster zu schließen, am nächsten Tag einen Anruf bekommen…)
Zicke! Diva! (Über einen Bekannten. Und er hat es zugegeben.)

[Ausblick auf die nächste Woche] Die wird arbeitsreich, so wie wohl die ganzen nächsten 6 Wochen. Job A beginnt jetzt auch wieder, Job C legt einen Spurt hin. Huiuiui.


Freitag, 5. September 2014

Freitagsfüller

1. Im Supermarkt um die Ecke gibt es seit Neuestem Wilmersburger Pizzaschmelz, den veganen Reibekäse für Pizza, Pasta & zum Überbacken. Leider bekomme ich für fünf Euro nicht einmal 2 kleine Tüten davon, das Zeug ist abartig teuer. Online kann man größere Packungen bestellen (anders als Milchprodukte wird hält sich das ja auch ewig im Kühlschrank, ich habe da sehr gute Erfahrungen mit gemacht), wodurch sich der Preis normalisiert. Aber ich bestelle immer ungern online, es sei denn, ich brauche mehrere 'exotische' Dinge - denn ich will nicht einerseits vegan essen, um die Erde pfleglich zu behandeln, andererseits ständig LKWs dafür herumschicken, daß ich das kann. ^^ Immerhin - für Notfälle (wenn z.B. mein Bruder wieder spontan vorbeikommt und ich koche) ist es gut zu wissen, daß man auch fix einen Auflauf machen kann, ohne tagelang vorher den Käse bestellen zu müssen.

Und ich habe mit großem Kummer eben entdeckt, daß meine bevorzugte Bezugsquelle versiegt ist aus einer offensichtlich furchtbaren persönlichen Tragödie heraus. Ich habe keine Kontaktdaten zu den ehemaligen Betreibern des Vegan Wonderland und ich weiß nicht, was genau passiert ist, aber ein Kind zu verlieren gehört zu den schlimmsten für mich vorstellbaren Unglücken, die einen Menschen treffen können, und ich kann ihnen nur hier, wo sie es wahrscheinlich niemals lesen werden, mein tiefes Beileid aussprechen.

2. Eine wunderbar altmodische Kopfsteinpflasterstraße befindet sich direkt vor meiner Haustür.

3. Wie könnte ich das tun? Ich frage mich das oft in Zusammenhängen mit Essen. Mit Freunden bei MacDonalds nachts einen Kaffee holen, um sich damit in den Park zu setzen… die beiden sind sehr lieb und spötteln ein wenig herum (ich mag das ja - sie tun das auch nicht, um mich zu verletzen, sondern weil sie das irgendwie hochachten mit meinem Veganismus). Ich erzähle was über Fleischproduktion und die Antwort ist: "Jetzt kann ich wieder 2 Wochen keinen Chicken Burger essen." Wie kann ich das aber nach den 2 Wochen tun? Wie kann ich so eine Information verdrängen?
Dann fällt mir ein, daß auch ich meine Grenze ziehe, ab wo ich mir die Finger in die Ohren stopfe und auf die Augen lege, weil ich sonst radikal Aktivistin für den PETA werden müßte. Ich habe eine andere Aufgabe im Leben und möchte dabei so wenig Schaden wie möglich anrichten. Daß bei mir vielleicht weniger Schaden möglich ist, als bei anderen Leuten, bedeutet nur, daß diese Leute andere Schwerpunkte setzen. Und dabei rede ich nicht von strunzdummen Alles-was-geht-Konsumenten, sondern schon von Menschen, die über Dinge nachdenken und eventuell trotzdem andere Konsequenzen ziehen als ich. An irgendeinem Punkt, an dem es möglich wäre, denken wir alle, jeder einzelne von uns, zu wenig mit.

4. In den letzten 2 Wochen war ja nicht so richtig schönes Spätsommerwetter, aber das holen wir jetzt nach. Es ist seit gestern herrlich warm und sonnig. Indianersommer nannte mein Onkel das früher. Ich höre draußen die Gänse schreien, die über meinem Dachfenster dahinziehen, in den Blumenläden stehen Astern, die Tag-und-Nachtgleiche nähert sich mit großen Schritten. Das ist der goldene Herbst, der da jetzt auf uns zukommt, und ich mag ihn. :)

5. Für alle Fälle japanisches Heilöl im Haus haben - das habe ich diese Woche gelernt. Ich war schwer erkältet, bin Montag in der Apotheke vorbeigeschnoddert und habe nach Tigerbalsam oder Chinaöl gefragt (beides wurde mir empfohlen). Ich habe mich dann für das japanische Öl entschieden - wui, das zieht aber ordentlich durch. Beim Inhalieren (mache ich sonst mit Eichenrinde und Ringelblüte) noch 2 Tropfen dazu, und vor dem Schlafengehen sehr sparsam (!!) einen Tropfen auf die Schläfen und den Nacken, und man atmet sich wirklich wieder frei.

6. Der heutige Morgen war das Highlight der Woche. Die Sonne schien, das Fieber war weg, ich wurde mit guten Nachrichten geweckt. Perfekt.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Kochen und dann Azeroth zum Abspannen, morgen habe ich ein Konzert geplant und Sonntag möchte ich außer Üben nichts tun.

Hier kommt wie immer die Vorlage her, und hier ist noch ein bißchen was auf die Ohren für Euch aus einem sehr schönen Film zum Nebenher-Gucken, in dem es auch herbstlich-golden zugeht:




Sonntag, 31. August 2014

Suchbegriffe im August, gedünsteter Kürbis, Mangoldsmoothie

Auch in diesem Monat wieder wünschte ich mir fast, ich hätte über manche Themen nie laut nachgedacht. Aber es gibt auch ein paar normale Suchbegriffe. Meine Hoffnung ist noch nicht verloren.

wolkiger sommer - schön, oder?


große schüssel salat - bin ich immer und jederzeit für zu haben.

clan schotten bilder - meinst Du Tartanmuster? Es gibt auch einen Tartanfinder beim House of Tartan.

wieviel kilometer fliegen zugvögel schwalben - ich nehme an, nur bis Südeuropa und Nordafrika.

(jetzt geht's los)

du kriegst keinen sex - so sieht's aus.

du willst keinen sex - hmm.

ich mag nicht - du mußt ja nicht. *pat pat*

lust zu vögeln - ehm…

romantischer sex zu dritt - laß mich raten. Du bist ein Mann und suchst 2 Frauen.

geschenke für bisexuelle - Bitte wie? Das klingt wie "Geschenke für Schwarze". Was soll der Unsinn? Such ein Geschenk für den Menschen, um den es geht, nicht für eine sexuelle Ausrichtung.

gibt es das herz des ozeans wirklich - Nein.

posaunig - there you go


brigittenkreuz - hatte ich darüber nicht schon irgendwo geschrieben? Ach ja, irgendwas muß den Suchenden ja hierher gelockt haben. Ähm. Aus Stroh geflochtenes Dings.


Wow. Ich suche selbst grad "hummelsflug brigittenkreuz" und der einzige erscheindene Treffer sagt mir St Patrick's Breastplate. Hmm.

wir haben die macht über unsere gefüh - oh oh, da hat es wohl jemanden übermannt. Ich weiß auch, warum:

wie kann ein mensch so wenig arsch in der hose haben - ja, sowas regt mich auch immer auf. ^^

Und dann noch der Klassiker: presspappe - Hallo, alter Freund!

………

Jetzt kommen wir zum Futter. Meine Mama hat Kürbisse im Garten. Der rankelt überall hin, sogar über die Hecke zum Nachbarn rüber und wieder zurück. Und auch quer durch den Apfelbaum:


Er blüht und fruchtet ohne Ende, ihre ganze Küchenfensterbank ist schon voller wunderbar knalloranger Früchte. Davon gab sie mir kürzlich ab. Und hier kommt mein veganes Kürbisexperiment: Kürbis in Stücke schneiden (der Hokkaido muß ja nur gewaschen, nicht geschält werden) und Kerne entfernen. Im Wok leicht anbraten. Ich habe eine Zwiebel vergessen, die ich normalerweise mit anbraten würde, aber so war es auch lecker. Vom Balkon habe ich ein paar Kräuter gepflückt, die mir gerade passend erschienen - da will ich mal keine Vorgaben machen.


Kurz vor Schluß habe ich einen kleinen Schwapps Sojasahne hinzugefügt, der noch übrig war, um es cremiger zu machen. Dann mit Brühpulver und schön viel Pfeffer gewürzt, ein Fladenbrot dazu und yummmmie!


Außerdem habe ich einmal Resteessen veranstaltet. Meine Küche war ausgebombt bis auf 2 ältliche Tomaten, ein paar Zwiebeln und Kartoffeln und eine angefangene Packung Sahne. Dazu hatte ich in der hintersten Ecke des Kühlschranks eine vegane Grillmischung gefunden. Das ergab dann sowas hier:



Ich muß sagen, nicht zum ersten Mal habe ich Fleischersatz als verzichtbar und geradezu störend empfunden. Ich brauche das nicht und der Geschmack ist mir ganz oft zu intensiv-glutamatig.

Und gestern hat die Hummelmama noch einen leckeren Smoothie für uns beide gemacht. Sie nennt das "Smutje", was ich sehr witzig finde, was aber nur dem englischen th geschuldet ist. Man nehme einige Mangoldblätter


2 Äpfel, eine Orange und etwas Wasser, packe alles in den Mixer


und heraus kommt etwas, das aussieht wie Kakao, aber schmeckt wie Garten Eden.



Thank you for the smoothies!


Donnerstag, 28. August 2014

Träume


Ich sitze auf einer Bank. Es ist eine schmale Straße, das Haus gegenüber ist nur vielleicht 2, 3 Meter entfernt. Es ist beinahe so dunkelgrau wie die vor Langem ashphaltierte, rissige, löchrige Straße. Die Bank ist alt und fleckig von der Zeit und dem Schmutz, der hier alles bedeckt. Es ist dunkel, Dämmerung; ich weiß, daß irgendwo da links noch die Sonne scheint, aber hier, wo ich sitze, merkt man nichts davon. Ich sehe auf das Haus gegenüber. Hinter dem gebrochenen und offenen niedrigen Fenster im Erdgeschoß steht eine Frau mit einer Schußwaffe. Auch links von mir ist eine Frau. Beide sind mittleren Alters, tragen die traditionelle Kleidung - Kopftuch, langes Gewand - und unlösbar mit allem verbunden, dieser Straße, diesem Haus, dieser Dunkelheit. 
Die Frau im Haus verlangt von mir, hineinzugehen. Hinein zu den Männern. 
Nein. Nein, ich will nicht, die Gatten, Brüder, Onkel dieser Frauen haben mir und meinen Freundinnen schon zuviel angetan, immer und immer wieder. Ich kann nicht mehr. Ich gehe nicht hinein.
Die Frau im Haus bedroht mich durch das Fenster mit der Waffe. Ich denke kurz, beinahe verspielt über meine Möglichkeiten nach. Dann sehe ich ihr in die Augen und schüttle den Kopf. Ich bleibe sitzen. Sie schießt. Erst in die Beine, sie trifft mich in die Wade. Dann zielt sie höher, der nächste Schuß reißt mir den Oberschenkel der Länge nach auf. Dann in den Bauch. Während sie schießt, sitze ich nur da und erwarte nichts als den Schuß, der mich töten wird. Sie ist ganz ruhig. Das bin auch ich. Die Tränen laufen, denn ich hätte gerne gelebt, irgendwann hätte ein Wunder mich vielleicht aus dieser Straße gespült, nach links, dahin, wo die Sonne ist. Aber jetzt sterben ist besser, als wieder hineingehen müssen, darum weine ich nur wenig, als sie mir beim Zielen in die Augen sieht.


Ich schrecke hoch. Es ist Mittwoch, und es war wieder so eine Nacht, wieder so ein Traum. Sind denn vierzehn Jahre Angst, Wut, Selbsthass, Reue, Schuldgefühle, Flucht noch immer nicht genug? Ich stehe auf, nur 5 Stunden Schlaf und dann auch noch sowas, ich fühle mich wie gerädert, wanke in die Küche, schalte den Wasserkocher ein, wanke zum Computer, schalte auch diesen ein, mache den Häschenstall sauber, alles als müßte ich eine schwere nasse Decke mit mir tragen. Ich schreibe die ersten frühen Emails - Programmabläufe für Kollegen, Dinge, bei denen es egal ist, wie lange man wortlos starrend den Finger über der Entertaste hängen läßt.
Ich ziehe mich an, packe meine Tasche und werfe mich auf die Autobahn. Ich beginne meinen 12-Stunden-Tag, schalte das Radio ein, um Nachrichten und Verkehrsfunk zu hören. In Rotherham, Großbritannien sind in 16 Jahren 1400 Kinder vergewaltigt worden. Alle Kinder stammten aus pakistanischen Familien, sagt die Sprecherin.
Vor mir fährt ein Transporter mit Schlachtvieh.
Manchmal hasse ich die Menschen so sehr, daß ich mich selbst wie eine enge, schmutzige Straße fühle.

Donnerstag, 21. August 2014

Kleines Giveaway

Ich bin ein erklärter Kaffeetrinker. Ich liebe Kaffee, mahle mit viel Genuß die Bohnen selbst, gieße sie ganz frisch auf Grund auf und schwelge in diesem Aroma. Trotzdem gibt es eine nicht zu verachtende Anzahl von Menschen, die mir immer und immer wieder Tee schenken. Ich freue mich darüber, weil er gut duftet, aber er wird einfach nicht alle - von Kräutertees bekomme ich schnell Kopfschmerzen, in den meisten Früchtetees mag ich die Hagebutte nicht und so steht er ansehnlich, aber unbenutzt immer im Regal. Und weil es mir um den schönen Tee Leid tut, gibt es ein kleines Giveaway:



Ich verschenke 5 Überraschungspäckchen Tee. Ich werde losen Tee und Teebeutel bunt zusammenstellen und vorher nicht verraten, was drin sein wird. Ganz sicher nicht drin sein werden Schwarztee, den ich selbst gern trinke, sowie Heiltees.



Die ersten fünf Leser, die in diesem Beitrag kommentieren, bekommen so ein Überraschungspäckchen. Falls dann noch etwas übrig ist, verteile ich Bonuswürfe. :)  

Selbstverständlich könnt Ihr auch ein Päckchen als Überraschung für jemanden bestellen, der hier gar nicht mitliest, oder ein zweites Päckchen vorbestellen, falls etwas übrig bleibt und sich nicht 5 oder mehr Leute melden sollten. 

Sonntag, 17. August 2014

Urlaubs- und Wochenrückblick

Los geht's.

[Wetter] war schön, sommerlich bis 38°, dann auch wieder runtergekühlt auf 21°, zwischendurch mal heftiger Regen und Gewitter, aber nicht so oft, daß man trübsinnig wird.

[Gesehen] habe ich einen Teil Deutschlands, den ich schon kannte, mit Ecken darin, die ich noch nicht kannte. Und diese Woche wieder Heimat. Den Vollmond letztes Wochenende.
Außerdem Filme: Despicable Me (sehr lustig)


Mystery Science Theater (ohne Worte)

Zwei wie Pech und Schwefel (meine Terrence & Bud Zeit ist vorbei, glaube ich)


Mucha Sangre (genau wie der Titel sagt, splattert so vor sich hin und ist stellenweise auch komisch; wobei mir El dia de la bestia  [der außer seinem spanischen Ursprung glaub ich nichts mit Mucha sangre zu tun hat]wesentlich besser gefallen hat)


Bernd das Brot - mein Gott, wie konnte nur Bernd das Brot an mir vorübergehen? Ich liebe ja mein fernsehfreies Leben, aber dieser misanthroposche Klotz ist einfach nur perfekt.

[Gehört] Schöne und doofe Musik. Schlimmes über und von jemandem, den ich für einen möglichen Freund gehalten hatte. Sehr Nettes von anderen Menschen. Miauen und Bellen. Züge, Stadtlärm, Autos. Gute Freunde am Telefon.

[Gerochen] Nasses Gras, Zigarettenrauch, Katzenklo, Rosenshampoo, Süßwasserduft bei Starkregen, leckeres Essen, Grillkohle, frisches Brot.

[Gegessen/Getrunken] Hugo! Njamnjam. Gibt's auch in Waldmeister:


Jemand hat mir eine Scheibe Wassermelone gegrillt. Entgegen jeder Erwartung ist sie nicht einfach durch das Rost geflossen, sondern an den Außenseiten karamellisiert - es funktioniert also und wird sogar noch süßer dadurch. Nicht unbedingt mein Geschmack, aber mal was überraschend anderes.
Tomaten und Erdbeeren vom Balkon:


Zum ersten Mal ausprobiert habe ich eine Falafel-Mischung zum Anrühren, die sehr leckere Ergebnisse brachte (ich habe dazu Kichererbsen-Avocado-Hummus gemacht und Kresse drübergestreut):


Dann habe ich noch Möhrensuppe gekocht und das erste Mal selbst Frühlingsrollen gemacht. Beides ist ausgesprochen lecker geworden.



Veganes Schokoladeneis - und mein geliebter frisch gemahlener Kaffee auf Grund natürlich.




[Gelacht] Viel. Katzen, die lustig daliegen oder auch mal einen Schluck Bier wollen:




Fundstücke:




Ortsnamen:


Und einfach so, mit Freunden.

[Geweint] Nein, auch wenn ich nach dem Urlaub immer ein bißchen durchhänge, nicht so recht weiß, wie ich mein Leben meistern soll, keine Ahnung habe, wo ich hingehöre und mich eigentlich nur verstecken und die Tatsachen nicht wahrhaben will.

[Gefreut] Über sehr, sehr vieles.
Über die ehrliche Anteilnahme und freundliche Anerkennung einer Frau, die ich noch nicht lange kenne, als ich ein großes Problem hatte.
Über schöne Dinge am Wegesrand:


Über sehr interessante neue Bekanntschaften.
Über eine besondere Zusammenkunft mit lieben Freundinnen.

[Geärgert] Wie bekloppt. Ich war zornig, ein bißchen ängstlich und absolut fassungslos über das Verhalten eines Menschen, den ich viel zu lange völlig anders eingeschätzt hatte. Bin ich eigentlich immer noch, aber mittlerweile hat mir die eben genannte Frau, die von ihm meinetwegen belabert wurde, geschrieben und gesagt: Hummel, mach Dir keinen Kopf, wir wissen, wie wir den Mann und was er sagt einordnen müssen. Bitte bleib ein so menschenfreundliches Wesen, wie Du bist.
Naja, und wer kann sich da noch wirklich weiterärgern?
Außerdem habe ich mich tierisch geärgert, als der Hund meiner Eltern vermutlich einen Giftköder gefressen und einen ganz schlimmen Abend hatte. Zum Glück ist sie so ein riesiges Kalb, daß es ihr inzwischen wieder gut geht. Mein Prinzesschen.



[Gelesen] Das schlechteste Buch über Magie, das ich je in der Hand hatte.


Kranker Typ, der Autor. Ich habe auf jeder Seite den Kopf geschüttelt, auch darüber, wie weit Menschen nicht nur mit ihren Ansichten, sondern offenbar auch mit ihren Praktiken gehen. Gruselig.

Dann habe ich den Drachenbeinthron-Zyklus weitergelesen und gerade den vierten und letzten Band begonnen.
Postkarten von einer Freundin und einer Schwester.
Fremde Wochenzeitungen mit lustigen Stellenanzeigen, die zu 80% explizit an attraktive junge Frauen gerichtet waren.
Wanderkarten.

[Gedacht] Arschloch. (--> [geärgert])
Hoffentlich passiert Euch genau das, was Ihr diesem Hund antun wolltet.
Falls es Krieg gäbe, hätte ich mehr Mitleid mit Tieren als mit Menschen.
Neiiiin, wie lieb. (Jemand hat mir vegane Kekse gebacken.)
Ich muß abnehmen.
Ich will Schokolade.
Ich muß abnehmen.
Ich will Schokolade.


[Bewegt] wurde ich körperlich von Auto und Bahn.


Und innerlich von Worten, unkomplizierter Zuneigung, Leuten, die zu mir stehen.

[Gemacht] Sightseeing. Wandern. Fotografieren. Lesen. Brettspiele. Powerkrauling diverser Katzen. Tagebuch wieder regelmäßiger geführt. (Ich habe beschlossen, einfach alles in einem Buch zusammenzuschmeißen, wofür ich sonst verschiedene Bücher hatte. Das macht einen ja wahnsinnig. Und es ist ja letztlich doch nur für mich, also warum sollte ich ein extra Scrapbook für irgendwas führen, wenn ich die schönen Dinge auch einfach ins Tagebuch kleben kann?) Baden gehen.


[Geschenkt bekommen] Kleidung, die ich mir selbst nie gekauft hätte, die aber zugegebenermaßen an mir ganz gut aussieht. Trotzdem bin ich kein Typ für Pastellfarben; ich habe es gerne kräftig. :) Aber das läßt sich ja auch alles kombinieren.
Einen Koffer. (Ja, wirklich. Er ist toll.)
Einen Gutschein über 10 Gesangsstunden. Boah, Wahnsinn!

[Gekauft] Schwarze Kerzen. Wart's nur ab, Du Mistkerl, mir ist der Humor vergangen.
Sehr schöne Bettwäsche (da mußte nämlich altes Zeug ausgemistet werden, das ich schon seit der Schulzeit benutze und das vom Waschen zu kurz und schon zerlöchert war). Einmal hübsch und romantisch und einmal dunkelrot mit Rentierbildern und Kuschelfaser. Die ist so kuschlig, ich werd wahnsinnig!


[Kreatives] Nicht wirklich, momentan ist alles Arbeit, nichts inspiriertes.

[Spirituelles] Mein Bildschirmschoner spricht mit mir. Das ist ja nicht neu, aber heute hat er sich zum ersten Mal einen Musikbegriff gewählt und den wiederholt. Und zwar wieder und wieder und wieder. Und als er fertig war, sagte er:


Deism, matrix, transcend. Hmm, nagut, wenn er meint.

Ein wunderwunderschönes Lammasritual zu fünft bei Athena. Darüber hat sie schon geschrieben, ich wiederhole da mal nichts, nur soviel: Ich habe es unglaublich genossen, und ich vermisse wieder und wieder die Möglichkeit, solche Dinge öfter mit mir vertrauten Menschen zu machen.

[Dankbar] Menschen, Aufrichtigkeit, meine Eltern, mein Bruder.
Schokolade.


Freitag, 15. August 2014

Freitagsfüller

Von hier, wie immer.

1. Ich habe beschlossen, so etwas nicht mehr zu tun. Nein nein. Sollen doch alle alleine glücklich werden. Ich habe keine Lust mehr, mich einspannen zu lassen.

2. Mitten in Wien ist die deutsche Botschaft. 

3. In der wohlverdienten Mittagspause essen die meisten Leute Mittag. Ich dagegen fange Mittags erst an zu arbeiten, brunche daher meistens vorher und halte dann bis zum späten Abend durch, weshalb die letzten Schüler immer in den Genuß meines Magenknurrens kommen.

4. Gleiches Thema wie bei Punkt 1… manches in meinem Leben muss ein Ende haben.

5. Machen wir uns nichts vor, Mündigkeit ist eine erschreckende Vorstellung für praktisch jeden von uns, weil sie mit so viel Eigenverantwortung einhergeht. In meinen Augen nur noch übertroffen von kollektiver Unmündigkeit.

6. Fallschirmspringen muss ich irgendwann unbedingt ausprobieren.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Grillen mit Bekannten, morgen habe ich Hausputz geplant und Sonntag möchte ich meine Ruhe.

Das Hummelchen hängt ein bißchen durch, will sich eine dicke Decke über die Fühler ziehen und nichts sehen und nichts hören. Warum habe ich mich nur zu diesem Grillabend überreden lassen? Können flirtende Noch-nicht-Pärchen sich nicht selbst organisieren? Ein Freund von mir riet mir gerade am Telefon, ich solle einfach eine Packung Kondome auf den Tisch werfen und wieder gehen, aber vermutlich läuft es eher darauf hinaus, daß ich Stunde um Stunde lächelnd herumsitze. Vielleicht nehme ich mir ein Buch mit.