Samstag, 28. Dezember 2013

Jahresrückblick in Liedern

Dem Beispiel Amalas folgend möchte auch ich einen Jahresrückblick versuchen, ich werde ihn allerdings hummelig anpassen.

[Allgemein] Das Jahr war irgendwie seltsam. Die erste Hälfte für mich eher finster und trostlos, die zweite dagegen erfüllt von einem seltsamen Grundgefühl der Erwartung. Als müsse etwas kommen, das ich noch nicht sehen kann, mir nicht einmal vorstellen, aber das einfach da ist und auf mich zukommt.
(Musikbeginn bei 1'20'')

[Familie] war immer für mich da, explizit meine Eltern und einer meiner Brüder, die immer und unter allen Umständen für mich einstehen würden. Das ist von unschätzbarem Wert. Mein Verhältnis zu den anderen Geschwistern ist von eher sporadischen Begegnungen und im Falle meiner Schwestern von großen Komplikationen geprägt, was ich schade finde, aber nicht ändern kann und worüber ich mir den Kopf zu zerbrechen ich im Laufe dieses Jahres einfach aufgehört habe.
Meine Oma, die vor einem Jahr mit einem faustgroßen Lungentumor und einer vorhergesagten Lebenserwartung von 2 Wochen in ein Pflegeheim kam, weil das Hospiz voll war, ist quietschfidel.
Der Familienhund stellte sich als Alphatier heraus (Hundeschule: So einen Leithund können Sie nicht erziehen, mit dem müssen Sie kooperieren.), was die Nerven meiner Mutter gelegentlich auf harte Proben stellt. Ich hoffe sehr, daß da noch funktionable Kompromisse gefunden werden, denn ich liebe mein Mausiprinzesschen über alle Maßen.

[Freunde] Wichtig! Ich habe wunderbare neue Freundschaften geschlossen, wunderbare alte Freundschaften erneuert, war wieder mal quer durch Deutschland und bis an den Bodensee unterwegs, um sie alle auch mal zu besuchen und zu sehen, wann immer sich für mich ein paar freie Tage ergaben. Ich finde es nach wie vor ein bißchen traurig, daß ich niemanden von meinen besten Freunden hier in greifbarer Nähe habe. Leute in meiner Region sind alles sehr liebenswürdige Bekannte, aber eben auch nie mehr. Aber andererseits habe ich immerhin überhaupt Freunde, und dreimal hoch leben die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten.

[Gesundheit] Ganz in Ordnung, nur seit Oktober zuviel erkältet - nie auskurieren, weil immer auf Achse bringt halt auf die Dauer auch nichts. Wie ich heute meiner Freundin Pferdetina schrieb: Manchmal wünsche ich mir normale Wochenenden und Feiertage. Aber dann wieder denke ich mir: Wer will schon Sekretärin sein?

[Kreativität] Mit dieser habe ich mich das erste Mal so richtig an die Öffentlichkeit getraut. Nicht, daß ich nie öffentlich Musik gemacht hätte, ich mach das ja beruflich; aber mit meinen eigenen Liedern ein Konzert zu veranstalten, war für mich enorm groß. Ich glaube, das war einer der wichtigsten Schritte, die ich beruflich je gemacht habe. Schade, daß es kaum jemand bemerkt hat. ;-)
Gemalt, gestrickt, gehäkelt, gebastelt habe ich das ganze Jahr überhaupt nicht. Das finde ich ein bißchen erschreckend, und speziell das Malen habe ich sehr vermißt, aber es ging einfach nicht - ich habe ja kaum die Muße für meine Lieder. Geschrieben habe ich wenig, nur Anfang des Jahres an einer mittlerweile praktisch eingeschlafenen Gemeinschaftsgeschichte.
Mein Chor wird immer besser. Das ist nicht nur meine eigene Meinung, sondern tatsächlich kommt nach jedem Konzert irgendwer und sagt mir so etwas wie: "Also Wahnsinn, wie Ihr Euch in der kurzen Zeit entwickelt habt". Das finde ich toll, und deshalb suche ich gerade nach einem schönen Festival oder Wettbewerb, zu dem wir nächstes Jahr fahren können.
Und ich habe begonnen, Spaßprojekte aufzunehmen. DAS ist vielleicht - nunja, wie der Name schon sagt, ein Spaß! Ich pfeife einfach auf meinen üblichen Perfektionismus und mache nur, was lustig ist, zu einer Idee, die ich habe. So habe ich für jemanden, der das Heidilied verabscheut, eine etwas andere Version davon aufgenommen, einen WoW-Gildensong, ein Anrufbeantworterlied erfunden, mehrere Geburtstagslieder umgedichtet und noch etliches in der Warteschleife. Ich glaube, sowas mache ich jetzt öfter - wenn ich mit jeder Idee, die ich habe, warte, bis ein hilfreicher Profi mit Tonstudio vorbeikommt, nehme ich nie was auf.

Für so ein Spaßprojekt bin ich übrigens immer zu haben - einfach Nachricht hier irgendwo hinterlassen, falls jemand Ideen musikalisch umgesetzt haben mag. =)

[Beruf] Ich habe im Frühjahr eine Anstellung gekündigt, weil mir eine andere angeboten wurde, die sich als totaler Griff ins Klo herausstellte. Grundgefühl von Anfang an:


Daher habe ich das geplante Großprojekt des Arbeitgebers noch durchgezogen und danach auch dieses Arbeitsverhältnis beendet. Grundgefühl im Moment der Kündigung:



Nun arbeite ich freiberuflich, was im Moment noch mit viel innerlichem Zittern einhergeht, aber sich bisher als machbar darstellt - und sollte das dauerhaft finanziell machbar bleiben, dann kann ich ja eigentlich nur dankbar sein, zu einer akzeptablen Lebensgrundlage (*daumendrück*) auch noch die totale zeitliche Freiheit eines nicht festangestellten zu haben. Wobei totale Freiheit in erster Linie bedeutet, daß ich die Stunden, die ich durch Konzerte nicht unterrichten kann, gerne am Wochenende nachholen darf. Aber… wer will schon Sekretärin sein? ^^

[Spiritualität] Öhm, naja, nö. Das war mehr ein Hier-und-Jetzt-Jahr, in dem es mir in erster Linie ums berufliche Durchhalten ging. Keinerlei interessante Seminare, obwohl mich einiges gelockt hat, ich habe keine Anfragen für Rückführungen bekommen, nur einige Male Freunde mit Reiki versorgt - das hat alles so gar keine Rolle gespielt.

[Intellektualität] Als eine sehr schöne Beschäftigung für meinen Kopf habe ich lange Emails zum Thema Urknall (im weitesten Sinne) mit einem Freund empfunden. Ob die Waage sich da mehr zur Intellektualität oder zur Spiritualität neigt, kann ich nicht wirklich beurteilen, aber einfach abstruseste und vielleicht auch gar nicht so abstruse Gedanken zwischen uns hin und her zu schießen war ein riesiges Vergnügen für mich. Man hat ja nicht oft ebenso willige wie fähige Gesprächspartner für sowas. =)

[Zwischenmenschliches] Dem möchte ich doch einen eigenen Punkt widmen. Ich habe in Job B gelernt, daß ich letztlich als Studentin Recht hatte, als ich meine Diplomprüfung riskiert habe, weil ich meine Integrität nicht aufgeben oder auch nur biegen wollte. Das mag nicht das allgemein Richtige sein, aber für mich war es richtig, obwohl es Probleme nach sich zog.
Und ich habe das jetzt erneut getan, in einer anderen Situation unter anderen Voraussetzungen. Ich habe einen Schlußstrich gezogen, ohne zu wissen, wie es für mich danach weitergeht, weil mir in diesem Moment so wichtig war, nie wieder mit dem Gefühl aufwachen zu müssen, daß heute ein neuer Tag beginnt, an dem ich mich unterordnen muß unter Leute, die ich menschlich und fachlich als höchst fragwürdig einschätze, um es mal gelinde auszudrücken. Und als ich das getan habe, als ich gekündigt habe, rief mich prompt mein intellektueller Freund an und sagte: Wenn es so schlimm wird, daß Du die Miete nicht mehr aufbringst, hast Du hier immer einen Platz zum Schlafen. Kurz darauf boten mir meine Kölner Mädels dasselbe an - und natürlich hätte ich auch immer bei meinen Eltern oder meinem Bruder unterschlüpfen können. Niemand sagte mir: Bist Du bescheuert? Selbst schuld wenn Du kündigst. Und dafür kann ich insgesamt nur DANKE sagen. Danke Euch allen, die Ihr Euch einen Kopf um mich gemacht und überlegt habt, wie mir zu helfen sei.
Und das Resultat der ganzen Entscheidung war, daß ich bisher über die Runden komme, wesentlich besser schlafe, mit einem Lächeln zur Arbeit gehe und von allen Seiten zu hören bekomme, ich würde ja immer so strahlen. Möge es so bleiben oder besser werden. =)

[Konsum] Hmm. Ich bin in eine größere Wohnung gezogen - die besser bezahlte Festanstellung in Job B machte das im Frühjahr möglich und meine Kündigung hat mich bisher noch nicht zum Wiederausziehen gezwungen. Für diese Wohnung habe ich nichts, aber auch gar nichts Neues angeschafft. Nichtmal ein Bett - ich schlafe nach wie vor auf einer Matratze auf dem Lattenrost. Überhaupt habe ich vor Kurzem mal bemerkt, daß ich viele Dinge, die ich besitze, gar nicht gekauft habe. 80% meiner Kleidung wurde von irgendwem ausrangiert und an mich weitergereicht. Meine schönen Kieferholzmöbel habe ich zum 16. Geburtstag geschenkt bekommen, als meine Eltern das Mädchenzimmer ausgestattet haben, und sie funktionieren noch immer einwandfrei. Mein größtes Bücherregal ist ein Erbstück, nur die kleinen habe ich mir als Studentin angeschafft. Selbst mein Klavier ist ein Geschenk von meinem Bruder gewesen.
Da ich auch überhaupt kein Shoppingmensch bin, gibt es hier selten neue Dinge. Aber für den Balkon habe ich Töpfe gekauft und Anfang Dezember eine künstlichen Weihnachtsbaum im Baumarkt-Abverkauf. Die echten tun mir nämlich immer Leid.


Und wieder: Der Schmuck ist nicht gekauft. Die gelben Papiersterne hat mir mal eine Schülerin gebastelt, die Tonfiguren hat meine Schwester getöpfert, den Rest habe ich geschenkt bekommen. Eigentlich braucht man doch gar nicht so viel zum Leben, oder sehe ich das zu naiv?

[Essen und Trinken] Seit einem Jahr und 2 Monaten vegan. Ich habe abgenommen und dasselbe beim vegan lebenden Teil meiner Familie festgestellt. Und ich bin durchaus nicht zurückhaltend, wenn es um Schokopudding, Schakalode, Marzipankartoffeln usw. geht. Ich habe Spaß am Kochen - es gibt sehr sehr oft Pasta bei mir, weil ich Nudeln einfach sehr gerne esse, aber manchmal schieße ich auch quer und mache zum Beispiel Chilibohnen mit "Käse"polenta:


Ich backe mir überwiegend meine Brote selbst (im Broti - ich mag es einfach: Alle Zutaten reinkippen, einschalten, zur Arbeit fahren und bei der Rückkehr lecker Brotduft in der Wohnung haben). Auch da kann man kreativ  sein. Das hier ist zum Beispiel ein Brot mit einigen in Öl eingelegten getrockneten Tomaten und etwas Rosmarin geworden:


[Verspieltes] Ich spiele seit Ende 2008, also seit 5 Jahren, mehr oder weniger regelmäßig World of Warcraft. Ursprünglich in einer kleinen und sehr feinen Gilde mit lauter lieben Freundinnen, die ich schon vorher kannte. Sicheres Terrain also, um Rollenspiel kennenzulernen, um die Funktion eines Computerspiels an sich zu begreifen (*hust* ich kannte ja vorher echt keines) und vor allem eine schöne Möglichkeit, mit ebendiesen Freundinnen in eine virtuelle Kneipe zu gehen und sie einfach zu 'sehen', da sie ja in echt sehr weit weg sind.
Vor einem dreiviertel Jahr habe ich aus versschiedenen Gründen und eigentlich völlig ungeplant die Fraktion gewechselt, was bei mir einiges auf den Kopf gestellt hat. Ich habe auf diesem skurrilen Weg sehr nette Menschen und mindestens einen wirklich guten Freund kennengelernt - ja, auch im Real Life, denn ich bin so ein Typ, dem früher oder später schon irgendwie wichtig wird, zu wissen, mit wem er es da eigentlich so zu tun hat -, und auch mein Spielverhalten hat sich geändert. Ich habe keine Angst mehr vor PvP!
Außerdem bin ich sehr herzlich in einer ziemlich chaotischen Gilde aufgenommen worden. Bei einem Besuch von mir im Oktober beim Gilde-führenden Ehepaar hing am Kühlschrank ein Zettel mit der Aufschrift "Für das liebe Kaninchen", und hinter der Tür verbarg sich lauter leckeres veganes Zeug. Seither habe ich den Spitznamen weg. Neulich beim Einloggen:


Die Freundin mit dem Kaninchenkühlschrank schenkte mir auch eine Zugfahrkarte, damit ich zu Silvester wieder bei ihnen sein kann, und schreibt seither alle paar Tage eine sms mit in etwa dem Inhalt "ich halte nach Kaninchenohren Ausschau - los, hoppel schneller". Aaawwww.

[Zum ersten Mal gemacht] Taufpatin geworden. Eigener Liederabend. Besuch gehabt. Ein Zeitungsinterview abgelehnt.

[Leider nicht gemacht] Hmm, viele Unterlassungssünden habe ich nicht zu beklagen. Das, was ich nicht gemacht habe, habe ich absichtlich weggelassen. Offene Worte zum Beispiel, weil ich der Meinung war, daß sie zwar wahr und wichtig wären, aber der Sache schaden könnten. So ließ ich meinen Mund geschlossen und einen ätzenden Kollegen zum Heiligen werden, um ein Projekt aufzufangen, das sonst gestorben wäre.

[Alben und Songs des Jahres] Ich habe Jane Lui für mich entdeckt. Großartige Frau.


Immer noch und sehr liebe ich auch Mumford & Sons.


Außerdem neu entdeckt habe ich Goldfrapp, von denen ich speziell dieses Lied wunderschön finde:


[Lieblingsorte in diesem Jahr] Die Dusche, mein Bett und die Küche. =) Das Kaninchensofa im wilden Westen. Der Barhocker an Athenas Küchenfenster.

[Erkenntnis des Jahres] Ich muß nicht alles mit mir machen lassen. Ich habe die Ermächtigung, für mich selbst zu entscheiden.

[Drei besondere Highlights] Das Konzert im September. Überraschungsbesuch von 2 Freundinnen, als ich im Oktober im Ruhrgebiet war. Eine neue Freundschaft.

[Drei schröckliche Tiefpunkte] Das Projekt in Job B hat mir mindestens drei am Tag geliefert, bevor ich es abgegeben habe. Ein Onkel, der nicht mehr leben wollte, weil seine Medikamente als Nebenwirkung massive Depressionen auslösten. Und ein Bruder, dem es Anfang des Jahres gar nicht gut ging.

[Drei Pläne für's neue Jahr] Nicht immer so perfekt sein wollen bzw. mich nicht mehr dafür rechtfertigen zu müssen glauben, daß ich eben keinen 9-5-Job mit geregeltem Einkommen habe. Musik nicht mehr so bitter ernst nehmen - schließlich heißt es Klavier spielen. Ein Haustier.

[Und sonst so] Es hat sich in den letzten Wochen und Monaten viel verändert, und ich hoffe, es verändert sich weiterhin auf diese für mich so schöne und positive Art. Das ganze Jahr hatte sowas von einem Korridor - man ist nicht mehr im Raum hinter einem und noch nicht im nächsten, man muß da einfach durch. Aber die Dinge entwickeln sich, glaube ich. =)
Derzeit geht es mir ziemlich exakt so, inklusive der Vorbeifahrer:


Also dann, 2014 kann kommen. Ich glaube, das wird mein Jahr. =)

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Auslosung und Geburtstag

Das Gewinnspiel wurde heute ausgelost. Teilgenommen haben sechs Leute:


Ich habe alles ordentlich zerknüllt…



… umgerührt und dann einen Gewinner gezogen. Und die Vertonung eines selbstgewählten Textes geht mit vielen herzlichen Glückwünschen und voller Freude an:


Herzlichen Glückwunsch, Smiley!

Darüber hinaus ist heute mein Geburtstag, und dieser hat mir schon jede Menge Glückwünsche gebracht.
Der früheste um Mitternacht - Ash und Feona sangen mir ein Ständchen. =)
Der spontanste in der Ensembleprobe beim Anblick des riesigen Kuchens, den die Hummelmama mir zum Anlaß gebacken hat. "Was, Du hast heute Geburtstag? Scheiße!" (<-- vergessen ^^)
Der umständlichste von meinem Chef in Job B - während ich probte, näherte er sich auf dem Anrufbeantworter dem Ziel des Anrufs auf labyrinthisch verschlungenen Pfaden.
Der unerwartetste von meinem Exmann, und ich habe mich ehrlich gefreut.
Der zuerst erwartete gar nicht.
Die typischsten von meinen Geschwistern.
Der mit Abstand lustigste Glückwunsch aller Zeiten wurde mir heute ins Telefon gereimt. Da mein neuer Spitzname "Kaninchen" sich in letzter Zeit in rasender Geschwindigkeit zu verbreiten und zu etablieren scheint, reimte mir ein ganz lieber Kollege von Job A folgendes:

"Eene meene Kaninchenblick
bring der Hummel ganz viel Glück!
Eene meene Kaninchenfuß
schick der Hummel einen Gruß
und mach, daß sie gleich lachen muß -
hex hex!"

Da ich tatsächlich aus vollem Herzen lachen mußte, rief er begeistert seiner Familie im Hintergrund zu: "Es funktioniert, es funktioniert, ich kann zaubern!"
Überhaupt - viele liebe Kollegen, Chorsänger und Bekannte, und ich stelle fest, daß ich es mittlerweile mag, wenn einen Tag im Jahr die Leute über mich herfallen und mir etwas Gutes wünschen - kurze Nachrichten auf der Mailbox, sms, Mails… und ich habe mich wirklich gefreut wie Bolle. Früher mochte ich das ja nicht so und war immer froh, wenn ich Konzerte hatte und für nichts zur Verfügung stand. Vielleicht muß man ja, um sich entspannt feiern lassen zu können, sich selbst auch einfach irgendwie grundlegend mögen?

Nach der Probe habe ich mein Klavier in den zweiten Stock runtergeschafft, Kerzen auf den Treppenstufen verteilt und eine halbe Stunde Treppenhaus-Weihnachtsliedersingen in meinem Mietshaus veranstaltet. Die Vermieterin, die ich vor ein paar Tagen um Erlaubnis gefragt hatte, war so angerührt von der Idee, daß sie direkt ein befreundetes Pärchen eingeladen hat und mir sowohl einen Geburtstagsstrauß als auch ein Windlicht als Dankeschön für die Musik überreicht hat, nachdem sie tapfer im Singen geübt hatte. Mit Glöckchen dran (Glöckchen = ).


Dann meinten sie und ihre Freunde, nächstes Jahr müsse man das früher ankündigen, dann würde man viel mehr Leute zusammentrommeln können. Wer hätte das gedacht, daß die Idee auf derartige Liebe stößt?
Smiley und meine Eltern sind sogar extra zu mir gekommen, um alle anderen zum Singen zu animieren, denn die Hemmschwelle habe ich (zu Recht) relativ hoch erwartet. Aber ha! Wenn schon jetzt vom nächsten Jahr gesprochen wird, dann wollen wir doch mal gucken 2014. =)

Danach sind wir losgeflitzt, weil meine Eltern mich zum Abendessen eingeladen haben. Der Kneipenwirt in ihrem Dorf war zu einem veganen Wunschmenü bereits vorab instruiert worden und hat sehr leckere Champignons mit Räuchertofu und "Sahne"sauce gezaubert.

Und jetzt bin ich erst wieder zu Hause und konnte Geschenke auspacken. Und herzlich waren die Geber, reichlich die Gaben: Meine Eltern haben mir neben einer Klavierschule für den Unterricht und zwei weiteren Büchern meinen ADAC-Beitrag des Jahres übernommen. ;-) Außerdem gab es leckere Minzschokoladenweihnachtsmänner, extrakuschlige neue Handschuhe und diese tolle Kerze, die ich ganz sicher für einen besonderen Zweck aufbewahre:



Ash, deren Blogverlosung ich ja vor drei Tagen gewonnen habe, und Feona haben mir zum Geburtstag die passende Halskette geschenkt, dazu einen sehr lecker riechenden Tee, eine selbstgemachte Räuchermischung und einen total epischen Aufkleber, der wohl auf Don Carlos landen wird. =)

Und von Athena kam auch ein Päckchen an mit einem Tee, dessen Duft sich sofort im ganzen Raum verteilt hat, einem tollen Paper-Blank-Kalender (ich liebe Paper Blanks!) und einem selbstgemachten Mojo (mit Glöckchen!), das ich *hust* für eine richtig hübsche Verpackung gehalten habe. Erst als ich den soundsovielten Knoten (die bestimmt alle irgendeinen magischen Zweck hatten) endlich aufbekommen hatte und der Inhalt des Säckchens mich anlächelte, ging mir ein Lichtlein auf. "Ich habe Dir einen Glücksbringer beigelegt" bedeutet "laß Deine Griffel davon, Hummel, und glaub einfach dran".
Oh. Hmm. Alles wieder zugeknotet - schön fest und weil ich nicht wußte, wieviel Knoten sie gemacht hatte, siebenfach. Außerdem habe ich mich bei dem Mojo entschuldigt, ihm erklärt, daß seine inneren Werte beachtlich seien und hoffe, daß dem Dings ebenso wie Athena bekannt ist, daß ich eben einfach so bin. Es riecht auch gut.



Und zu guter Letzt hat Smiley mir ein Knabberkörbchen mit lauter veganen Leckereien mitgebracht (sie meinte, dann hätte ich was zum Draufbeißen, wenn ich wieder hinter notorischen Schleichern herfahren muß) und diesen selbstgebastelten Sternen, die definitiv bei mir am Baum landen werden an diesem Wochenende:


Und wie fühlt sich das nun, abgesehen vom fröhlichen Beschenktwerden und Glückwünsche-Entgegennehmen, an? Ich bin jetzt 33 Jahre alt geworden. Eine Schnapszahl und mir schon allein deshalb sympathisch. =) Ungefähr so alt wollte ich immer sein, seit meiner Teenagerzeit. Ich habe mich unter Altersgenossen immer fehl am Platze gefühlt. Tatsächlich fühle ich mich jetzt einfach wohl. Ich mag mein Leben, wie es derzeit ist, ich mag mein Selbstgefühl, wie es sich in diesem letzten Lebensjahr entwickelt hat, ich mag das Alter, in dem ich bin (wobei ich mit meinem Alter an sich nie ein Problem hatte, nur sehr oft mit der Vorverurteilung aufgrund meiner Jugend).
Ich habe in diesen 33 Jahren erstaunlich viele Dinge gelernt, unfaßbar viele Erfahrungen gemacht und immer das Glück gehabt, im letzten Moment von jedem auftauchenden endgültigen Abgrund von einer hilfreichen Windböe zurückgepustet zu werden, auch wenn ich das in diesen Momenten selbst nicht bemerkt habe.
Ich hätte viele Dinge gerne lieber nicht erlebt, aber da ich es nun einmal nicht verhindern konnte und nicht mehr ändern kann, bin ich dankbar dafür, daß ich über die Jahre hinweg wenigstens alles halbwegs gut reflektieren und verarbeiten konnte, daß ich um mich herum Ohren zum Zuhören und Schultern zum Anlehnen gefunden habe und in mir selbst nach und nach das Vertrauen, zu reden und mich anzulehnen. Ist ja alles nicht selbstverständlich.
Und ich habe wahnsinnig schöne Dinge erlebt, die ich um nichts in der Welt wieder hergeben würde, ich habe selbstlose, aufrichtige Menschen getroffen, die mir immer im richtigen Moment ein ermutigendes Wort gesagt haben, ich habe manche Lehrer gehabt, denen daran lag, mein Potential herauszukitzeln und eine Familie, die mich oft genug bei Dingen unterstützt hat, ohne zu verstehen, worum es eigentlich geht, einfach nur weil ich es gerade brauchte. Ich habe echte Freunde (nach der Definition "Leute, die hinter Deinem Rücken gut über Dich reden") gefunden, die mich besser kennen als mancher Verwandte, und die mich trotzdem mögen, denen ich einfach nicht zuviel werde. Ich habe ganz viel Musik gefunden an Stellen, an denen ich gar nicht gesucht habe - einiges machte sogar einfach nur "Plopp" und war plötzlich Bestandteil meines Lebens, das ich mir eigentlich ganz anders vorgestellt hatte.

Noch Wünsche? Nur einer.




Dienstag, 17. Dezember 2013

Happy Birthday…

Ludwig! Naja, eigentlich Tauftag, aber sind wir mal nicht so. =)

Wer beneidenswerterweise im Ruhrgebiet und damit in der Nähe des Beethoven-Hauses in Bonn wohnt, kann hier mal drüberlesen. Ich zitiere von ihrer Internetseite:

Berühmt für heftige Zornesausbrüche und plötzlichen Stimmungswandel, kannte er für Menschen, die ihm nicht behagten, eine wenig schmeichelhafte Ausdrucksweise – auch für Familienmitglieder. Seine Schwägerin beispielsweise nannte er "Fettlümmel". Und einen Brief an seinen Bruder, der sich selbst als "Johann van Beethoven, Gutsbesitzer" bezeichnet hatte, unterschrieb er als "Ludwig van Beethoven, Hirnbesitzer".

Hrr hrr. Warum nur erinnert mich das an Brahms, der sich mal von einer Abendgesellschaft verabschiedet haben soll mit den Worten "Falls ich jemanden von Ihnen zu beleidigen vergessen habe, bitte ich um Verzeihung"?

Aber er konnte auch die Fröhlichkeit pur sein - Beethoven meine ich. Brahms auch. Wenn sie wollten. Hier mal ein wundervolles Zeugnis von Beethovens Lebenslust, bereits stocktaub komponiert und hier dirigiert von dem von mir sehr bewunderten Carlos Kleiber:


(Typisch für Beethoven ist manchmal eine fast übermäßige Dehnung eines eigentlich vorgeblich unwichtigen Abschnittes in der Komposition. Hier beginnt die eigentliche Exposition z.B. erst nach dreieinhalb Minuten relativ chilliger Einleitung - also durchhalten, liebe 2'30-Song-Hörer!)

Samstag, 14. Dezember 2013

Rückblick auf zwei lustige Dezemberwochen

… Ja, auf gleich zwei, weil ich doch kaum noch zum Bloggen komme derzeit. Aber heute habe ich zumindest den Vormittag frei, weigere mich zu putzen und will stattdessen endlich mal wieder meinem Hobby hier frönen.

[Allgemein] Viel zu tun, Laune gut, Hummel brummt.

[Wetter] Abgesehen von der Sturmwarnung für Norddeutschland, die auch uns hier getroffen hat, aber eigentlich etwas übertrieben war, kann ich nur zitieren: "Warum is'n das hier alles so grau in grau? Da hätt' isch ooch gleisch in Bidderfeld bleiben gönn'."


[Gesundheit] Ich huste nach wie vor, inzwischen schon über drei Wochen. Vorgestern erzählte mir ein Arbeitskollege, daß in der Zeitung stand, in Brandenburg ginge gerade ein hartnäckiger Husten um, der nicht infektiös, sondern einfach nur nervtötend sei. Jopp, das ist meiner.

[Gemacht] Den Balkon sturmsicher gemacht, das heißt komplett abgeräumt.
Blumenerde in einen Eimer gerettet.
Die Pflanzen zum Überwindern noch immer nicht in den Keller gebracht *schäm*, das muß dieses WE unbedingt.
Unmengen Wäsche gewaschen, die im ersten Adventsstress liegengeblieben war.
2 Chorkonzerte gegeben, beide fluchtartig verlassen, weil ich zu Job A mußte.
Eine Weihnachtsfeier mit dem Chor genossen, eine von Job B geschwänzt.
Eine nächtliche Fahrt mit einem Abschleppwagen.
Zweige gesammelt und begonnen, die Wohnung zu dekorieren:



[Gesehen] Nebel.
Rehe und Füchse an der Fahrbahn.
Den Trailer für das nächste WoW-Addon.
Bühnen und Klavierauszüge.
Weihnachtsmärkte von außen. Den eigenen hier in der Kleinstadt sogar von innen, für 10 Minuten - und ich war angenehm überrascht. Vor 5 Jahren tummelten sich da noch lieblos Übergröße-Unterwäsche-Verkäufer neben Saufbuden, total widerlich, aber mittlerweile haben der Einsatz eines neuen Kulturreferenten und eines weiteren Mitarbeiters in der Abteilung der Stadt offenbar für eine radikale Hebung des Niveaus gesorgt. Es gab natürlich jede Menge Freß- und Glühweinbuden, aber auch Kerzen, Filzzeug, eine Schneiderin aus der Stadt, die nur Visitenkarten hat und nichtmal ein eigenes Ladengeschäft, ein Karussell, eine Märchenbude mit abendlich wechselndem Theaterstück… beide Daumen hoch!

[Gehört] Das genialste Radiointerview ever! Eine Moderatorin, die die Musik der Band, die sie interviewen sollte, einfach unerträglich fand, und das auch freundlich aber deutlich zum Ausdruck gebracht hat. Ich kann nur jedem empfehlen, sich dieses kurze Interview anzuhören. Es endet mit einer Konzertankündigung und den Worten "ich werde leider keine Zeit haben"… herrlich.
Seit gestern das mir von einem lieben Kollegen geborgte Hörbuch "Der König von Berlin", vom Autor Horst Evers selbst gelesen. Ich bin ja prinzipiell kein Hörbuchfreund, aber das ist wirklich, wirklich genial! Was dieser Mann mit seiner Stimme anstellen kann habe ich bisher nur bei Dirk Bach erlebt, und da ich seine kurzen Glossen (ebenfalls bei meinem bevorzugten Radiosender) auch immer sehr genieße, habe ich mich auf das Hörbuch mal eingelassen. Das macht richtig süchtig und versüßt mir derzeit die dauernden Autofahrten nach Berlin.

[Gelesen] Ich habe einen Georgette Heyer Roman in meinem Regal wiederentdeckt! Ach, was für ein Genuß! Wie ein Stück Schokoladentorte: Es dauert nicht lange, man fühlt sich ein wenig verboten dabei, aber man will einfach beide Zähne hineinversenken und kann nicht mehr aufhören, bis es vorbei ist.
Außerdem ein weiteres großartiges Buch, über das ich derzeit noch nichts schreiben will, weil es mir wie ein gutes Geburtstagsgeschenk einer Mitleserin vorkommt.
Wenig Blogs, Foren und so, aber etliche Emails.

[Geärgert] Wie immer über notorische 10-km/h-langsamer-als-erlaubt-Fahrer, die an grünen Ampeln zögern, weil ja doch vielleicht der Himmel runterfallen könnte.
Ein bißchen über den ADAC, der mich letztes Wochenende geschlagene 90 Minuten mitten in der Nacht an der Autobahn hat warten lassen. Ich habe unter einem dicken Mantel, einem Pullover, einer Bluse, einem Unterhemd und einer Strumpfhose noch immer die Gänsehaut auf dem Bauch gekriegt. Aber sie haben es wieder wettgemacht, als sie mich aus nichts als Kulanz (und schlechtem Gewissen?) dann tatsächlich die 60 Kilometer nach Hause geschleppt haben, obwohl ich nur Basismitglied bin. Außerdem konnte ich die letzten 20 Minuten aufwärmen, weil ein Kavalier von der Feuerwehr mit einer Rundumleuchte in seinem Privatwagen bei mir hielt, dem ADAC nochmal telefonisch Dampf machte und mir seinen Beifahrersitz zum Auftauen überließ, während er gentlemanlike draußen wartete. Und als mir der Abschleppwagenfahrer dann nachts um viertel drei vor meiner Haustür sagte, er sei auch schon seit 6 Uhr früh auf den Beinen, weil der Sturm die Zahl der Unfälle in Berlin verdreifacht habe, hatte ich direkt selbst ein schlechtes Gewissen.

[Gefreut] Über Komplimente. Sowas bekomme ich in letzter Zeit. =) Die Chefinspizientin wollte vor ein paar Tagen an mir vorbeirasen (sie rast immer), stoppte abrupt, starrte mich an und rief: "Hummel, Du siehst ja schon wieder ein paar Jahre jünger aus! Jedes Mal, wenn ich Dich sehe, bist Du hübscher! Was für eine schöne Frau!" und raste nach einem anerkennenden Nicken weg. Ein anderer Kollege, den ich so gar nicht kenne, daß ich ihn nicht einmal einer Abteilung zuordnen könnte, sah mich neulich im Rock hereinspazieren und meinte: "Frierst Du nicht? Das sieht aber gut aus!", bevor er in den Untiefen des Theaters verschwand.
Über meine Autowerkstatt, die nicht erstmal mit kostspieligen Reparaturvorschlägen kommt, sondern mich austesten läßt, was es denn nun wirklich ist, das kaputt ist. Auch wenn das leider bedeutet, daß ich derzeit nur auf Benzinbetrieb fahre statt auf Autogas. Sogar über meine Frage nach dem Winterschutz für die Dichtungsgummis der Autotüren haben sie Hummelfreundlich beantwortet (ich habe um eine preisgünstige Möglichkeit gebeten): Nimm einfach farblose Schuhcreme, das funktioniert genausogut wie alles, was wir hier verkaufen. Ist das nicht nett?
Über meine Schüler, die ich Jobtermin-Kollisions-bedingt am Sonntag, dem ersten Advent unterrichten mußte. Statt zu meckern kamen sie mit selbstgebackenen Keksen!

[Gelacht] Oh ja, gröhlend, manchmal Tränen. Wie gesagt über dieses geniale Interview. Dann über jemanden, der einen - nun ja, wie soll ich es nennen - Annäherungsversuch wagte, aber zum einen immer etwas unsicher mit sich selbst und mir ist, zum anderen nicht sehr gut mit Sprache umgeht und manchmal aus Versehen das Gegenteil von dem sagt, was er meint oder es einfach total dämlich rüberbringt, ohne es selbst zu merken.
Das Gespräch lief etwa so ab:

Er: "Da ich nicht wählerisch bin… kommt die Zuneigung, mit dem Resultat, daß du attraktiv für mich bist."
Ich (nachdem ich mich von meinem Lachflash halbwegs erholt hatte): "Versprich mir, daß Du Dich besser anstellst, wenn Du Dich jemals ernsthaft verliebst."
Er: "So abwegig ist das nicht bei Dir. Ich schau da nicht so aufs Äußere."
Ich: kippe vor Lachen um, als ich in Gedanken zusammenfasse "Du bist häßlich und ich bin notgeil, los, laß es uns Liebe nennen."

Mein Bester, ich kann es wieder am besten im Zitat ausdrücken: Zusammen strahlen wir Klasse aus wie ein kaputter Fiat Panda - wir zwei gehörn für immer auseinander.



Während einer Ensembleprobe, als wir neue Noten sichteten und die Klarinette plötzlich sagte: "Manche Leute haben's gut", wobei sie das hier hoch hielt:


Über meinen Chef und Posaunenlehrer, der mir nach der zweiten abgesagten Posaunenstunde (Husten) einen 'Elternbrief' ins Fach legte. Als ich dann diese Woche endlich wieder halbwegs blasen konnte, übten wir Weihnachtslieder, bei denen ich permanent an den hohen Tönen scheiterte. Er gab jedoch nicht auf und feuerte mich an, bis ich endlich beim x-ten Durchlauf mehr zufällig die höchste Note erwischte - klangschön wie ein Elefantenfurz, aber er rief spontan "Das gildet!" Über diesen typischen Ausdruck aus meiner Kinderzeit haben wir beide gelacht, daß das ganze baufällige Gebäude zitterte.

[Geschenke] Diesen Punkt gibt es ja sonst nicht hier, aber diesmal ist er wichtig, denn es war schon ein geschenkereicher halber Monat.
Ein Ex-Kollege von vor Jaaaahren, der sein Privatarchiv ausmisten wollte, erinnerte sich an mich und überließ mir alles, was ich gebrauchen könnte, einfach so. Da waren echte Schätze dabei - komplette Mappen, nicht nur so halbe Stimmen, sondern gut geordnete Ensemblearrangements, großartig. Es war natürlich auch Schrott dabei. Als er einen Band mit dem Titel "Zu festlichen Anlässen" aufschlug und der erste Titel Stalin-Hymne lautete, traten wir beide unwillkürlich einen halben Schritt zurück. Auch typische DDR-Sachen waren dabei: Tanzmusik, mit Tinte handschriftlich hingekritzelt und kaum lesbar, und man nannte es "flotter Foxtrott" oder so, damit man mit dem Wort "Jazz" nicht aneckte. Heute scheint das alles so lange her…
Am Ende hatte ich jedenfalls die Rückbank voller Futter für's Ensemble:



Eine Frau in meinem Chor schenkte mir vorträglich zum Geburtstag eine handgesiedete Lemongrass-Seife. Yummie!
Und am 6. Dezember kam ich abends nach Hause, stellte meine Tasche ab, schlurfte müde durch die Gegend und bemerkte auf einmal in der Küche, daß der Papiermüll verschwunden war. Da war eine Lücke, wo der Papiermüll hingehörte. Der war auch noch gar nicht voll gewesen. Ich guckte mich um. Manchmal tue ich ja Dinge derartig geistesabwesend, daß ich sie selbst nicht bemerke - zum Beispiel den Müll schonmal neben die Wohnungstür stellen, damit ich ihn nicht vergesse. Aber nein. Kein Müll. Ich suchte tatsächlich die ganze Küche ab. Ich dachte mir: Ich glaube ja an Sachen, an die andere Leute nicht glauben, aber diese Sachen haben bisher noch nie den Müll runtergebracht.
Und dann fiel mein Blick auf den Schreibtisch. Dort lagen in der abendlichen Dunkelheit kaum erkennbar zwei unförmige große Würste. Als ich das Licht einschaltete, erkannte ich Kuschelsocken, extradick und mit Rentiermuster - gefüllt, wie sich herausstellte, mit Apfelsinen, Mandarinen und veganer Schokolade ohne Ende. Dazu ein kleiner Engelanhänger für den Weihnachtsbaum mit Hinweis auf die Einbrecher:



Mama. ♥♡♥

[Traurig] bin ich auch ein bißchen, weil ich eine wirklich gute Chorsängerin verliere. Allerdings aus schönem Grund - sie hat endlich Arbeit gefunden und zieht deshalb nach Berlin, wo sie ohnehin schon lange wieder hin wollte. Smiley - einmal sehen wir uns ja noch, aber das hier ist erstmal für Dich, weil ich an Dich denken mußte, als ich es gesehen habe. Und alles Glück für Dich!

[Kreatives] Och ja. Ich habe einen Kollegen, der seit 30 Jahren keine Klassik mehr gespielt hat, zu Klavierduo-Probierprojekt zu überreden versucht. Als Gegenleistung versuchen wir uns auch an vierhändigem Jazz, Blues, Boogie und dergleichen - sein Fachgebiet.
Ich spiele wahnsinnig gerne Klavierduo und hätte nur zu gerne wieder einen passenden Partner dafür. Er ist es nicht, dafür sind wir zu unterschiedlich geprägt, aber einen anderen gibt es grad nicht und außerdem: erweitern wir doch einfach gegenseitig Horizonte, daran kann man ja nur wachsen. Er wächst jetzt also hoffentlich bald (wenn er keinen Rückzieher macht) an Brahms original Ungarischen Tänzen und ich demnächst an Manfred Schmitz.

[Gegessen/Getrunken] Eine Foucasse bzw. eine Art Calzone. Jede Menge selbst ausgepreßten Orangensaft - Kampf dem Husten! Schakalode aus dem Weihnachtskalender. Selbstgemachten Aufstrich von der Hummelmama, selbstgemachte rote Grütze von einem Chormitglied auf der Weihnachtsfeier, Glühwein ebendort.
Knabberobst und -nüsse auf der Arbeit (in Job A bringen wir immer was mit, um die Vorstellungen zu überbrücken) und wie immer natürlich Kaffee ohne Ende.




[Dankbar] Für jemanden, der mir und dem ich fast ohne eigenes Zutun ans Herz gewachsen ist/bin; eine Freundin, die sich kaum noch mehr von mir unterscheiden könnte, die aber kaum einen Tag ohne sms an das Kaninchen, wie sie mich nennt, vergehen läßt.
Für das autofahrerfreundliche Wetter.
Für meinen großartigen Bruder, meine Eltern, meine Freunde.
Für die Tatsache, daß freiberuflich zu leben bisher nicht zu einer finanziellen Katastrophe geführt hat. Ich fürchte, ich muß mich deutlich mehr organisieren als je zuvor (oder, ähem, überhaupt einmal), und sehr vorausschauend planen (hurrah -.- ), aber es ist alles möglich, wie mir scheint, und oben genannter Jazz-Kollege hat mir mehrmals seine Hilfe angeboten bei Steuer- und KSK-Fragen.

[Ausblick] Morgen Vormittag Konferenz-Skype mit Ensemble zu nichtmusikalischen aber dennoch wichtigen Themen. Danach vielleicht ein Weihnachtskonzert von einem anderen Chor meiner Kleinstadt hier besuchen, am Abend endlich mal wieder ausgiebig durch Azeroth stromern.
Nächste Woche zwei Klassenvorspiele meiner Schüler und ein Vormittag mit einer befreundeten Chorleiterin, wo wir Halbplaybacks für den alljährlichen Weihnachtslieder-Mitsinge-Flashmob auf unserem Marktplatz vorbereiten wollen. Ich muß irgendwann die Wohnung auf Vordermann bringen, falls sich doch jemand berufen fühlt, mir persönlich zum Geburtstag zu gratulieren.
Ich wollte auch eigentlich dieses Jahr ein Treppenhaussingen in meinem Mietshaus veranstalten - einfach so. Ich würde mein Klavier in den Flur stellen, ein paar Teelichte auf die Stufen packen und einfach eine halbe Stunde spielen und singen, und wer Lust hat, kann mitsingen oder einfach nur zuhören. Da hab ich total Lust drauf, denn die Nachbarn sind allesamt sehr nett und wir kennen uns kaum. Mal gucken, wann ich dafür Zeit habe.
Jetzt gleich muß ich ein neues Brot ansetzen, weil ich gestern eins versaut habe, schnell etwas Essbares einfüllen und dann wieder zur Arbeit.

[Und sonst so?] Weihnachtsmusik! Schon am 30. November grunzte mir ein Tankstellenmitarbeiter statt einer Begrüßung entgegen "ich kann das nicht mehr hören!" - als Last Christmas durch den Raum schallte. Ich auch nicht, und ich muß ja auch nicht. =) Es gibt wunderwunderschöne Weihnachtsmusik.
Richtig großartig finde ich das Album Firedance von der Band Jaiya, die leider nicht sehr präsent ist, weder online noch im Radio. Einen Song davon habe ich bei Youtube gefunden - das Album ist aber durchaus nicht nur so, äh, meditativ wie dieses Lied.



Außerdem natürlich immer großartig If on a winter's night von Sting.



Das Original dieses Balulalow, das Sting auch bearbeitet hat, von Benjamin Britten mitsamt der gesamten Ceremony of Carols drumherum ist natürlich ebenso hörenswert und wunderschön (und weckt Erinnerungen an unzählige Konzerte, in denen ich das dirigiert habe):


Außerdem immer toll: Die alten Swing-Klassiker und was sich so an amerikanischem Weihnachtsgefühl vor 50 Jahren breitgemacht hat.


So, jetzt aber Schluß. =)  Ich hoffe, Euer Dezember ist ebenso bunt und durchgeknallt wie meiner bisher oder Ihr habt andere Gründe, ihn zu mögen!

Freitag, 6. Dezember 2013

Ein Weihnachtsgeschenk für Euch

In diesem Jahr nehme ich an keiner Blogverlosung oder irgendwas teil, das umfangreicher organisiert ist.
Ich möchte statt dessen etwas ganz Persönliches verschenken, und etwas, das für mich typisch ist, also natürlich: Ein Lied. Wer also Lust hat, einen eigenen Text von mir vertonen (und beispielhaft als Homerecording aufnehmen) zu lassen, kommentiere bitte bis zum 19. Dezember diesen Post.

Es kann ein kurzer Spruch sein, ein kleines Gedicht, ein paar Zeilen Prosa. Bitte keine Romane - meine Zeit ist momentan sehr begrenzt. ^^ Es kann ein sehr persönliches Statement sein, ein guter Wunsch für einen Eurer Lieben, ein Anrufbeantworterspruch, den ich so einsingen könnte, daß Ihr ihn nachsingen könnt, oder einfach Euer Lieblingszitat vom Dalai Lama - mir total egal, laßt Eurer Fantasie freien Lauf! Hauptsache, dem Gewinner dieser Verlosung macht es eine Freude.

Einlösen werde ich es so schnell ich kann, spätestens im Januar.

Ihr müßt auch jetzt im Kommentar nicht schon schreiben, was Ihr vertont haben wollt, das kann ich dann mit dem Gewinner oder der Gewinnerin via Email abmachen.


Samstag, 30. November 2013

Wochenrückblick und Suchbegriffe November

[Allgemein] Viel zu viel zu tun. Was für mich frischgebackene Freiberufliche eigentlich gut ist, auch wenn die Wohnung inzwischen aussieht als hätten mehrere Labradore epileptische Anfälle gehabt und danach so getan, als wüßten sie, was "aufräumen" bedeutet.

[Wetter] Mal so


Mal so


[Gemacht] Gearbeitet, Auto gefahren, gearbeitet, Zug gefahren, gearbeitet, geschlafen, gearbeitet…

[Gesundheit] *hust*  *spotz*  *inhalier*

[Gesehen] Krähen, Raben, Wildenten oder -gänse (nicht ganz sicher), einen wahnsinnig schönen und riesigen Regenbogen, Kinder mit Weihnachtsmannmützen, die frühe Sonne am Bahnhof (das finde ich immer total magisch), neue Straßen in der immer gleichen Metropole

[Gehört] Die Musik auf der Arbeit, Radio, eine alte Wise Guys Platte, die in meinem Handschuhfach auftauchte, Vogelgezwitscher und -gekrächze, meine Lieblingszugbegleiterin, die bei den Durchsagen exakt klingt wie Angela Merkel, kreischende Kinderhorden

[Gelesen] Fannie Flagg - Die Reise nach Elmwood Springs (ich kann die Bücher von Fannie Flagg nur wärmstens empfehlen, wenn man gerade eine misanthropische Phase durchmacht; vor allem "Das Wunder von Lost River" und "Willkommen im Himmel auf Erden" sind wunderwunderschön!)
"Die UMUK-Seuche" von Jean Lorrah - das ist ein Star Trek Roman aus den 80ern, der genau für 2x mit dem Zug zur Arbeit und zurück fahren gereicht hat. =)
Noten, Foren, sms.

[Gelacht] Viel und herzlich. Manche meiner Schüler sind einfach so klasse. Eine Fünfjährige, die Schwierigkeiten hatte, eine Viertelpause nachzumalen, habe ich damit getröstet, daß ich aus der mißlungenen Pause einfach einen Marienkäfer gemacht habe. Seither malen wir Pausenkäfer.

Links im Bild mein erster Käfer, dann eine Reihe von Pausen, die sie schon gut hingekriegt hat, dann ihr eigener Riesenkäfer.


Das gleiche Kind guckte mich gestern verschwörerisch an und fragte, ob es die C-Dur Tonleiter nicht auch über das ganze (Augen wie Mühlräder) Klavier spielen könne, immerhin gäbe es ja mehrere Cs. Ich grinste und am Ende der Stunde spielte sie tatsächlich über 88 Tasten eine Tonleiter, während ich ihren Klavierhocker langsam von links nach rechts entlangzog, damit sie überhaupt an alle Tasten herankommt. Ich glaube, zum Weihnachtsvorspiel führen wir diese kleine Zirkusnummer auf.
Auch gelacht habe ich über meine Mutter, die mir bei jeder Gelegenheit verkündet, sie hielte es für eine gute Idee, wenn ich mich mal bei "shop a man" umsähe (ich glaube es hieß so, sie hat irgendwo eine Reportage darüber gehört) oder die mit der Tageszeitung wedelt und kreischt "da ist einer für Dich drin - der hat einen Hund!"… Äh… Ja. Nein. Muß nicht. Sah sie dann auch ein, als sie las, daß der Typ mit Hund Marco hieß - das sei ja kein Name. Und um meines Seelenheils willen wollte ich nicht widersprechen, auch wenn ich Namensvorurteile schon oft genug widerlegt gesehen habe.

[Geärgert] Nicht wirklich - nur wie immer über die vermeintlichen Helden in den Opern, die einfach nur neurotische Säcke sind, wenn man das Libretto mal genauer anguckt.
Über Autofahrer, die penetrant 45 im Stadtverkehr fahren und an grünen Ampeln so lange zögern, bis sie wieder rot werden.
Über ein chaotisches Organisationsbüro in Job A.
Über 'mein' Tonstudio, das plötzlich handlungsunfähig ist, weil der Aufnahmeleiter von jetzt auf gleich nach Sachsen gezogen ist. Jetzt kann ich mir überlegen, was ich mit meinen Liedern anfange - anderes Studio suchen, das vielleicht teurer ist oder abwarten, ob sie wieder jemanden finden, der hier an den Arsch der Welt fährt? Und vor allem bedeutet das, daß die bereits aufgenommenen Titel dann wohl komplett neu abgemischt werden können, damit man den Bruch zu den später aufgenommenen nicht hört. Was mich wieder ein paar hundert € kosten wird. Die ich nicht habe. Darn it.

[Gefreut] Viel! Über die vielen Dienste in Job A und die unglaublich netten Kollegen dort.
Über meine Chefin in Job A, die eine sehr strenge Frau ist und mir dauernd sagt, ich würde meinen Job richtig gut machen.
Über die Prokuristin von Job B, die ich seit meiner Kündigung nicht mehr gesehen habe und die mich, als ich ihr zufällig in die Arme lief, spontan umarmte und sagte "man sieht, daß es Dir jetzt gut geht".
Über ein ausgedehntes und verquatschtes Mittagessen in einem veganen asiatischen Restaurant und anschließenden Kaffee an der S-Bahn mit meinem einen Bruder.
Über eine Karte mit Adventskalendertürchen von meinem anderen Bruder. (Dazu muß ich vielleicht sagen: Der eine Bruder und ich könnten geschwisterlicher nicht sein, wir sind, wie meine Mama immer sagt, "ein Kack und ein Ei". Der andere Bruder hingegen ist Physiker - oder sowas -, redet nicht viel und ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben nicht mehr als zwei Mal mit ihm telefoniert. Nicht, daß wir uns nicht mögen, im Gegenteil, ich habe ihn sehr lieb. Aber wir haben uns einfach nichts zu sagen, weil so wenige Dinge in unserem Leben Überschneidungspunkte haben.)
Über einen veganen Adventskalender mit Schakalodefüllung von meiner Mama. "Schakalode" nennt sich eine Art veganer Schokolade, die nicht so bitter ist, sondern mehr wie Vollmilch schmeckt und damit mir Süßmaul eher entgegen kommt.

Hier sind die beiden Kalender:


Über eine Einladung zum alljährlichen Weihnachts-Kollegen-Bowling mit den Technikern von Job A. Letztes Jahr war das toll, und ich war sehr stolze Vorletzte, obwohl ich nie zuvor bowlen war. ;-)
Über liebe sms und Mails von Freunden und Freundinnen. Ich wünschte, Ihr wärt alle viel näher - aber das sind nur die Kilometer.
Über ein wahnsinniges Geburtstagsgeschenk im Voraus, nämlich eine Fahrkarte, die es mir ermöglicht, Silvester mit ein paar Verrückten zu verbringen.
Über mein hervorragend funktionierendes ABS habe ich mich gleich mehrmals gefreut.
Über einen vorsichtigen Annäherungsversuch von einem total lieben Kumpel - und vor allem darüber, daß er meine ebenso vorsichtige Ablehnung sofort und ohne Murren akzeptiert hat.

[Gegessen] Brezeln in der Kantine von Job A (tja, das vegane Angebot dort ist… stark eingeschränkt). Pasta, Brot, Clementinen, Apfelsinen, Sojajoghurt mit Schokostreuseln. Diese junkigen Aufgießnudeln aus der Tüte, von denen ich mich zeitweise als Studentin fast ausschließlich ernährt habe, und die so lustige Inhaltsangaben haben wie diese hier:


Huhnaromen? Häh? Tatsächlich hat der Inhalt dieses Tütchens beim Aufgießen geradezu überwältigend nach Hühnersuppe gerochen, so als würde eine Großküche gegen eine Schnupfenepidemie im Kindergarten ankochen. Ich wäre doch sehr neugierig, woraus sie das hergestellt haben - aus Hühnern jedenfalls definitiv nicht.

[Getrunken] Tee, Tee, Tee, Wasser mit Aspirin, Kaffee - ich stelle fest, daß ich den Kantinenkaffee nicht mehr trinken kann, der ist einfach zu widerlich geworden -, heiße Zitrone.

[Gedacht] Hoffentlich schlagen sich diese 12- und 16-Stunden-Tage nicht nur auf dem Rücken nieder, sondern auch auf dem Konto.
Doch, es gibt wirklich integre Menschen auf der Welt, die auch erfolgreich sind.
"Ich will in mein waaarmes, weiches Bett!" (Die Liebe zu den drei Orangen)
Kann mal jemand den Dolch aus meiner linken Schulter entfernen?
Arschloch! (Beim Autofahren klappt es nicht immer mit der Gedankenhygiene.)
Schnubb, schnubb, schnubbidubb. (Ja, manchmal denke ich auch komische Dinge.)

[Kreatives] Ich habe wieder ein Lied geschrieben. Indirekt inspiriert von einer wunderbaren Freundin in einer Wartepause zwischen zwei Schülern. So muß das sein.

[Gekauft] Ein paar Weihnachtsgeschenke für Freundinnen. Nichts großes, das geht einfach nicht dieses Jahr, aber was kleines mußte einfach sein.
Eine Vogelzwitscherflöte! Der Vogelflötenmann saß wieder an der Friedrichstraße - bei ihm hatte ich so eine Flöte mal für meinen kleinen Neffen und Taufpatenkind gekauft, und seither hatte ich ihn nicht mehr gesehen. Aber vorgestern war er wieder da und jetzt habe ich auch so eine kleine Holzflöte, mit der man zwitschern kann. *jubel*


Ansonsten - Brezeln, gestern Abend Brot und Tomaten in einem Supermarkt, der bis 24 Uhr offen hatte, so daß ich es wirklich noch nach der Arbeit geschafft habe, und Halstabletten.

[Und sonst so?] Ich stehe vor der Entscheidung, mich in Job A für eine deutlich höhere Position zu bewerben. Das bedeutet für mich im Fall des Falles: Mehr Geld, vermutlich nach Berlin ziehen müssen (bäh), meine Schüler aufgeben, meine derzeitige verhältnismäßige zeitliche Freiheit verlieren - wenn die sagen "spring", dann habe ich zu springen -, Aufstiegschancen, ein richtig guter Punkt im Lebenslauf, ein sehr kurzer Arbeitsvertrag und möglicherweise nach einem Jahr, aber definitiv nach einigen Jahren die Kündigung (nicht aus Bosheit, das ist einfach so üblich)… und ich bin hin- und hergerissen. Ich denke, ich bewerbe mich in jedem Fall, schon alleine weil ich beweisen will, was ich kann. Selbst wenn sie mich nicht nehmen, wovon ich ausgehe, sehen sie, daß man mit mir rechnen muß. Und falls sie mich doch nehmen, kann ich mir immer noch den Kopf zerbrechen, ob ich das wirklich will, ob ich all meine private Musik hinter diesem Job zurückstellen möchte.


Und damit sind wir bei den Suchbegriffen für den Monat November. Ich muß schon sagen, ich war diesmal erschüttert, jawohl, erschüttert!, was Leute dazu verführt hat, auf mein Blog zu klicken. Ein Suchbegriff war so uärgs, daß ich ihn hier nicht widergeben werde. Nur soviel: Ich benutze das Wort "entsaften" tatsächlich nur im Sinne von Obstverarbeitung. Ihr zwei Klicker könnt schön woanders suchen.

mach mir ma ne stulle - denn koof mir ma 'n Brot.

2 monate zusammen - Glückwunsch. Ihr seid noch in der pheromongeschwängerten Glücksphase. Genießt es, so lange es dauert. Also noch 4-8 Wochen.

bastelcutter tafel - Man kann das aber auch einfach mit einem Lappen abwischen.

chenesen ire augen - Dree Chenesen met nem Kentrebess?

flammkuchen vegan - Ja, irgendwo hier in den Kommentaren ist ein Rezept.

gummipuppe zugvögel - Gummihuhn?



hügel - sind bestimmt auf der anderen Seite der Welt Täler.

lieb mich oder werf mich endlich weg - Autsch, das tut weh. Nicht nur Dein Deutsch, sondern auch… warum gehst Du nicht einfach, wenn Du eh nicht geliebt wirst? Wirst Du echt lieber weggeworfen?

hummels flug blogspot - Willkommen! =)  Jetzt sind es auch schon 21 regelmäßige Leser - herzlich willkommen Nummer 21!

So, das war's von der Rückblickseite her. Heute ist der letzte November, morgen der erste Dezember und der erste Advent. Was für mich bedeutet: Heute ist wieder mein Vorabend-vom-ersten-Advent-Chorkonzert, auf das ich mich sehr freue, bei dem ich es aber verdammt eilig haben werde, denn ich muß am Abend noch zu Job A. Morgen hole ich Schüler nach, die ich wegen Job A diese Woche verschieben mußte, aber den Abend wenigstens habe ich frei. Vermutlich werde ich einen wahnsinnigen Putzanfall kriegen und in den Wald gehen, um ein paar heruntergefallene Kiefernzweige als Deko für meinen Kerzenleuchter zu sammeln. Aber jetzt erstmal: Haare waschen, Noten ordnen, Stimmgabel suchen, los.

Habt ein schönes erstes Adventswochenende! Hier ein Freizeitvorschlag:


Dienstag, 19. November 2013

Gedichte | Gedanken über das Kreativsein

Manchmal erstaune ich mich selbst. Gerade habe ich Gedichte aus den letzten drei Jahren gefunden - speziell 2010 und 2011 habe ich, bedingt vermutlich durch damals miserable äußere Umstände, etliche geschrieben. Und jetzt lese ich das und denke: Erstaunlich, daß ich Worte für dieses Gefühl gefunden habe. Nicht nur erstaunlich, daß ich überhaupt Worte gefunden habe, sondern auch, daß es eben Worte waren und keine Melodien.

Aber wenn ich so zurückdenke, war es eigentlich immer so, daß ich ab einem gewissen Maß negativer Emotion einfach nicht mehr musizieren konnte. Singen und spielen geht einfach nicht, wenn ich wirklich zornig oder verzweifelt bin, nicht nur sauer oder traurig, sondern wirklich, wirklich jenseits von gut und böse. Als würe etwas in mir diese beiden Dinge nicht zusammenkommen lassen wollen, die Musik und den Hass / die Panik / die mehr oder weniger latente Entgrenzungssehnsucht, was immer es gerade ist. Als wäre die Musik ein Gegengewicht - und beide Gewichte können nunmal nicht oben sein.

Als Kind und Teenager habe ich immer gemalt, wenn ich mit meinem Kummer nicht mehr wußte, wohin. Zwei üble Jahre in der Schule ergaben viele, viele Tuschebilder (die ich, weil ich ich bin, gleich nach dem Trocknen weggeworfen habe - das einzige überlebende hängt noch im Arbeitszimmer meiner Mutter). Ich habe damals auch Gedichte geschrieben, das eine oder andere Lied, Geschichten. Und all das als junge Erwachsene abgebrochen; ich konnte mich jahrelang nicht einmal erinnern, daß ich das je getan habe - bis ich alte Tagebücher von mir fand. Alte Bilder. Eine flüchtige Bleistiftskizze, die eine zerbrechliche 18jährige zeigt, die sich in ihrer Einsamkeit an eine Bordsteinkante kuschelt, als wäre diese ein Freund.

Neulich fragte mich ein Freund, ob Glücklichsein eigentlich meiner Kreativität schaden würde. Ich sagte spontan nein und habe seither darüber nachgedacht. Die Antwort ist immer noch nein - jetzt aus den oben genannten Gründen. Nein, ein Künstler wird nicht kreativer und schaffenskräftiger, wenn es ihm dreckig geht - es geht ihm einfach nur dreckiger.

Nach meinem Konzert im September fragte mich eine Frau aus dem Publikum, ob man bestimmte Dinge erlebt haben müsse, um darüber singen zu können, und in diesem Fall ist die Antwort Ja. Ja, ich hätte viele dieser Lieder nicht geschrieben, wenn ich eine andere Vergangenheit hätte. Aber der Punkt ist: Ich habe diese Lieder erst jetzt geschrieben, in den letzten drei Jahren, in denen es mir endlich wieder verhältnismäßig gut ging.
Damals, als ich richtig am Ende war, habe ich nicht einmal daran gedacht. Ich habe gar nichts geschrieben, gedichtet, komponiert, ich war in keiner Weise kreativ, und das, obwohl ich Musik studiert habe - denn mir ging es einfach nur dreckig. Ein kreativer, also schöpferischer Geist braucht einen gesunden Nährboden. Wenn er sich dann auch noch an die furchtbare Dürreperiode vor 10 Jahren erinnert, wird da vielleicht ein ergreifendes Kunstwerk draus, aber während der schlimmsten Dürre ist ein Künstler so wie jeder andere Mensch in erster Linie mit Überleben beschäftigt.

Aber am Ende, ungeachtet jeder momentanen Gefühlslage, halte ich vor allem dies für wahr: Wir machen die Dinge am besten, die wir mit Hingabe tun.


Die zwei Seiten des Deckels

Manchmal
ist es eine solch immense Kraftanstrengung,
den maskenhaften Deckel meiner Miene
geschlossen zu halten,
dass sich ein jeder Muskel meines Körpers mitverkrampft.

Manchmal
will diese wilde, wütende Frau da unten
von der ich weiß

ihr steht das nicht zu
sie wird dem nicht gerecht
sie hat bescheiden zu bleiben
sie könnte das sowieso nie richtig
sie will sich doch wieder nur in den Vordergrund spielen
sie hat noch nie was zu Ende gebracht
sie hat doch keine Ahnung und kein Ziel
sie träumt doch nur
sie macht es sich doch immer leicht
sie wird doch auch nicht mehr erwachsen

raus, mit aller Macht.
Und wir ringen miteinander,
hassen uns genau wie wir uns lieben,
brüllen gleichlaut uns entgegen, dass es so nicht geht,
fallen schluchzend vor Verzweiflung dann
einander in den Arm.

Manchmal
sehen wir uns durch ein Guckloch an
und fragen uns, wie es wohl auf der andern Seite
dieses Maskendeckels wäre.
Dann senken wir verwirrt den Blick,
ich gehe abwaschen, und sie schreibt ein Lied.

Freitag, 15. November 2013

Freitagsfüller und Geschichten aus der Woche

1. Als ich heute aufwachte, war es noch dunkel.

2. Ich fürchte, das relativ milde Wetter hält sich nicht mehr lange und der Frost kommt bald. Aber ich gebe die Hoffnung noch nicht auf - bisher stehen noch immer Pflanzen auf meinem Balkon und ich mußte noch nicht Eiskratzen, toi toi toi.

3. Ich kaufe gerne aber selten handgemachte Dinge.

4. Nachdem mein Papa mein Budget mal durchgerechnet hat, weiß ich nicht, wie ich das dieses Jahr stemmen soll: Geschenke für die Nichten und Neffen und Freunde. Und das Auto ist noch lange nicht abbezahlt. Und im Januar kommen wieder die Versicherungen. Und, und und.

5. Was ist denn los mit uns? Frage ich mich oft und will die Hände ringen.

6. "Wie machen Sie das, daß es bei Ihnen nicht so grob klingt wie bei uns?" fragte mich diese Woche eine erwachsene Schülerin. Die Antwort ist: mit Armgewicht und Fingerspitzen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine Reikisendung und einen Flex-Raid, morgen habe ich einen näheren Blick auf den angesetzten Pfirsichschnaps geplant, bevor ich zur Arbeit muß, und Sonntag muß ich gleich wieder zum Frühdienst, aber danach möchte ich nur noch ein paar Hundehaare wegsaugen und den Rest des Tages mit hochgelegten Füßen verbringen.

Vorlage

Blick auf die Woche:

[gefreut] Mausiprinzesschen war zu Besuch und fand es total interessant, aus dem Fenster zu gucken. Aus jedem Fenster. Sie ist ja sonst ein Erdgeschoßhund mit direktem Zugang zum Garten, daher war ihr der Blick aus dem Dachgeschoß hier wohl etwas sehr Besonderes.

Unter dem Schreibtisch:


Und auch im Hausflur:


Außerdem über viele Komplimente zu dem mit dem Besuch aufgenommenen Lied. Ich habe das nächste Spaßprojetkt schon im Hinterkopf, ich weiß nur noch nicht, wann und wie. Ich stelle auf jeden Fall fest, daß mir so etwas total Freude macht, weil es meinen gelegentlich überhand nehmenden Leistungsanspruch "wenn ich ein Lied schreibe, muß es perfekt sein" aushebelt und mich damit viel entspannter und beweglicher macht.
Und über Freunde, die sich freuen, mich zu sehen und zu hören.

[geärgert] Nur kurz über einen kleinen Idioten mit Großmannsucht, mit dem ich eigentlich nichts bis auf ein Hobby gemeinsam habe. Schon am nächsten Tag habe ich nur noch die Augen verdreht.

[gelacht] Im Gespräch mit Freunden und wie immer in meinem Chor.

[geweint] Über einen Abschied. Da hilft auch der schönste Sonnenuntergang nichts gegen.
Ich hasse Abschiede.


[gegessen] Selbstgemachte (naja, aus Backmischung) vegane Schokomuffins. Wobei ich die Hälfte an Schüler verteilt habe. Pfefferminz-Schokotaler, die ich neu im Supermarktregal entdeckt habe und die zufällig vegan und geradezu süchtigmachend lecker sind. Kartoffel-Spinat-Auflauf, weil Mama mit eine Packung veganen Reibekäse geschenkt hat und ich endlich mal wieder was Überbackenes machen konnte. Getoastetes Vollkornbrot mit Tomatenscheiben. Weintrauben. Joghurt mit Schokostreuseln. Ja, es war eine schokoladenreiche Woche.



[getrunken] Kaffee auf der Arbeit, den mein Chef mir manchmal macht, bevor ich komme. Viel besseren Kaffee zu Hause. =) Schwarztee - heute früh mal mit drei Rosenknospen drin. Cola, weil vom Besuch noch welche übrig war. Leitungswasser. Kilkennys.


[gekauft] Grundnahrungsmittel.

[kreativ] Irgendwie gar nicht. Ich habe einen gewissen Durchhänger derzeit. Als würden alle meine Lieder gegen eine klemmende Tür prallen; ich komme einfach nicht weiter.
Ich habe einen Testpodcast aufgenommen und herumgeschickt und wertvolle Rückmeldungen bekommen, und darauf habe ich wirklich Lust - Minipodcasts von nur einigen Minuten Länge (maximal eine halbe Stunde stelle ich mir vor) mit viel musikalischem Schnickschnack drin, aber ich brauche Zeit, um das richtig vorzubereiten und die Aufnahmequalität ist derzeit noch sehr mäßig. Außerdem würde ich gerne nicht nur von zu Hause aus podcasten, sondern herumfahren und Leute interviewen - keine Ahnung, wie ich das technisch hinkriegen soll.

[Skurriles] Gestern sah mich ein kleiner Junge im Klavierunterricht plötzlich mitten im Spielen an und verkündete, er müsse mal dringend aufs Klo. Na lauf, sagte ich, kommt ja vor. Er lief. Sein Opa unterhielt sich mit mir ein paar Minuten, bis aus dem Erdgeschoß (ich unterrichte im ersten Stock, das Klo ist im Keller) ein Stimmchen nach ihm rief. Opa lief hinterher. Opa kehrte zurück. Enkel hatte eingepinkelt. Wie peinlich, wie unangenehm, viele nervöse Worte und hastiges Sacheneinpacken. Ich selbst hatte gar kein Problem damit - das ist halt ein kleines Kind, meine Güte. Opa und nasser Enkel zogen also ab.
Ich nahm mir einen Notenband aus dem Schrank und beschloß, die unverhofften freien 15 Minuten bis zum nächsten Schüler mit Debussy zu überbrücken. Nach 8 Takten bemerkte ich einen ungewöhnlichen Temperaturunterschied zwischen meinem linken und meinem rechten Hosenbein. Übles ahnend stand ich auf und kontrollierte den Hocker.
Ein Fleck.
Ein nasser Fleck.
Ein nasser Fleck, der nach Kinderpipi roch. *würg*
Verdammter kleiner Scheißer (ja, ab und an denke ich solche Dinge), jetzt hatte ich einen beurinierten Klavierhocker im Unterrichtsraum und zu allem Unglück auch noch selbst eine nasse Hose, einen Pipipopo sozusagen.
Ich holte also Papiertücher und behob das Malheur so gut es ging. Dann klopfte ich bei der Flötenkollegin an die Tür und entführte ihr den Klavierhocker, den sie nicht brauchte.

Ich überlebte den nächsten kleinen Jungen, der den größten Teil seiner Stunde immer damit verbringt, sinnlos herumzubrüllen, Krieg mit Bombeneinschlägen auf den Tasten zu spielen, seine Notenblätter mit den nachgeplapperten Worten erwachsener Erziehungsberechtigter zu bedrohen und vor seinem kleinen Bruder mit Dingen angeben zu wollen, die er gar nicht beherrscht. Auch er, genau wie der kleine Pinkler vor ihm, hatte sein Notenbuch vergessen, weshalb ich mit ihm Notenschlüssel malen übte.
Ich malte ihm in Zeitlupe einen vor und sagte dabei "erst einen Kreis nach rechts, dann wie eine Schnecke herum, dann nach oben einen Zipfel machen, dann ganz gerade hinunter und am Schluß ein Schweineschwänzchen". Ohne zu wissen, was vorher in dem Raum passiert ist, malte er nach und sagte "ein Kreis, dann hoch, guck mal - das sieht aus wie ein Pullermann, jetzt ein Schweineschwänzchen".

Wenigstens mein letzter Schüler des Tages ist total nett und normal und stellte meinen Glauben daran, daß Kinder von Natur aus gut sind, wieder halbwegs her.

Als ich am Abend von der Arbeit zurückkam, stopfte ich als allererstes alle Kleider in die Waschmaschine, inklusive Jacke, auf der ich ja im Auto gesessen hatte, und mich selbst unter eine besonders heiße Dusche.

[gesagt] Macht doch nichts.

[gedacht] Habe ich dafür Musik studiert?
Ich hasse Supermärkte.
Ich schaff das alles nicht.

[gefühlt] Einsam, dankbar, erleichtert, wütend, angeekelt, voller Selbstzweifel, müde, überfordert.

[Spirituelles] Nö, derzeit gar nicht. Vielleicht sollte ich mal wieder.

[gelesen] Die Gesänge des Eisplaneten - mit 12 Jahren damals auf dem Krankenhausbücherwagen entdeckt, mir kurz nach der Entlassung von meinem Taschengeld selbst geleistet und seither geliebt. Witzigerweise habe ich nie die Folgebände gelesen, das wird vielleicht mal Zeit.
Blogs, Mails, Foren, die Lokalzeitung.

[gehört] Ein interessantes Interview mit einem deutschen muslimischen Anwalt zum Thema ob man die Rechte und die Kultur Deutscher einschränken sollte, damit Muslime sich hier wohler fühlen (siehe Sonne-Mond-Sterne-Fest usw.), der sagte klugerweise zuerst einmal: Die Fragestellung ist schon völlig falsch. Es gibt ja nicht Deutsche im Gegensatz zu Muslimen, sondern es sind muslimische deutsche Bürger, um die es hier geht, und die in dem ganzen Aktionismus nie um ihre Meinung gefragt wurden.
Weihnachtslieder. Radio. The Shins. Los fabulosos cadillacs.
Porque sera que me gusta la noche?


[gesehen] Cargo. Sehr sehr neblige Landstraßen. Einen Sonnenaufgang und mehrere Sonnenuntergänge. Einen großen klopsigen Hund auf meinem Sofa.

[Und sonst so?] Och… mein Freund Herbst hat jetzt seine Farben verloren. Außen grau, innen grau, hmmm. Wird Zeit für die Lichterfeste.

Sonntag, 10. November 2013

Abschiede

Ich hasse Abschiede. Als ich noch klein war, hat meine Familie sich unheimlich darüber amüsiert. Wann immer meine erheblich älteren Geschwister aus dem Studium mal ein Wochenende nach Hause kamen, gab es furchtbar Tränen, wenn sie wieder fahren mußten. Das ging so weit, daß ich schon anstelle der Begrüßung fragte: "Wann fährst Du wieder?" - nicht, weil ich sie loswerden wollte, sondern weil ich mich schonmal innerlich wappnen mußte.

Wann immer ich in den letzten Jahren Pferdetina, meine Kölner Mädels oder meinen Anam Cara besucht habe, hatte ich danach tagelang den Blues. Aber total. Dieses Gefühl, im eigenen Leben ausgesetzt zu sein wie ein Hundewelpe an der Autobahn.

Und jetzt hatte ich zum ersten Mal, ja wirklich, zum allerersten Mal selbst Besuch für einen richtigen Zeitraum. Das war toll! Es war unglaublich entspannt, unkompliziert und fügte sich nahtlos in meinen Alltag - ich hatte ja keinen Urlaub, aber ich konnte einige Dinge in eine praktikable Richtung schieben, so daß wir auch ein bißchen was unternehmen konnten. Ich stelle fest: Besuch haben ist schön. Besuch wieder verabschieden… uuäääähhh. Trauriges Kaninchen.  hasen-smilies-0157.gif von smiliesuche.de

Nun ja - glücklicherweise sind da auch einige Punkte auf der Haben-Seite:

Diese Freundschaft ist auf den dritten Blick noch immer so schön wie auf den ersten und zweiten.

Mein Besuch hat sich a) überwunden, überhaupt den Weg hierher anzutreten und b) die Region nicht von vornherein verurteilt, nur weil es Ostdeutschland ist. Im Gegenteil, er mochte die Landschaft und Städte gleichermaßen und Recht hat er, jawohl.

Ich gehe sehr angeregt und inspiriert aus dieser Woche heraus. Eine Sache, auf die ich vor Jahren mal große Lust hatte, hat sich beim unkomplizierten Brainstormen über meine beruflichen Möglichkeiten mal wieder in den Vordergrund geschoben und ich bin schon ganz kribbelig, es zu versuchen.

Wir haben ein sehr, sehr lustiges Lied, ein reines Spaßprojekt, aufgenommen. Wir haben im Auto die Firmennamen der Kleinbetriebe am Straßenrand als Werbejingles gesungen. Wir sind einmal die komplette Ringbahnstrecke in Berlin abgefahren und haben unvorstellbar fette Spatzen mit Pommes gefüttert. Wir sind an längst überwachsenen Bahnschienen spazieren gegangen.

Ich habe selten in meinem Leben so viel von Herzen gelächelt oder gelacht.


Wie ist das bei Euch? Sind für Euch Besuche auch Kostbarkeiten oder wohnen Eure Freunde alle nahe genug, um sie wirklich spontan überfallen zu können? Kennt Ihr diesen Blues oder seid Ihr da weniger anfällig für?

Freitag, 8. November 2013

Freitagsfüller

1. Im November freue ich mich am meisten auf freie Donnerstagabende.

2. Ich habe seit einer Woche Besuch und ich bin erstaunlich entspannt damit - es fügt sich alles nahtlos in meinen Alltag.

3. Es ist genau hier, in dem Moment - irgendwas liegt in der Luft meines Lebens, ein Duft mit noch unsichtbarer Ursache, der alles verändern wird.

4. Eine feste Umarmung von einem guten Freund beruhigt mich.

5. Wasser kommt hier derzeit viel von oben.

6. Vor einem Jahr hätte meine Großmutter noch 2 Wochen leben sollen. Es geht ihr blendend.

7. Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf ein wenig Metropole, vielleicht Kino oder so, morgen habe ich geplant, den Besuch wieder in den Zug nach Hause zu verfrachten und Sonntag möchte ich ein wenig Blogleserei, etwas Arbeit und Wohnungsputz nachholen, die diese Woche liegengeblieben sind.

Nimm mich mit

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Weltverdrossenheit und Suchbegriffe

packt mich gerne mal, wenn irgendwas in mir denkt: Oh, jetzt geht's Dir aber verdammt gut - hast Du das überhaupt verdient? Eigentlich bist Du doch dazu geboren, Dich schlecht zu fühlen.

Rumms, liege ich in einem tiefen, schwarzen Loch und fange an zu grübeln.

Also: eigentlich geht es mir gut. Da gab mir gestern meine Hochzeitsmuggen-Auftraggeberin vom letzten Wochenende noch ein kleines Geschenk, das sich als Pralinenschachtel mit beigefügtem 20er für meine Fahrtkosten zur Hochzeit entpuppte.
Da überreichen mir meine Eltern einen Umschlag von einer Frau aus ihrem Dorf, die vor fast 2 Monaten mein Konzert gehört hat und nochmal etwas Geld nachreichen wollte, weil sie damals nur Kleingeld dabei hatte, es ihr aber nicht aus dem Kopf ging, wie toll das war.


Ich freue mich auch darüber, wirklich ehrlich und sehr. Außerdem habe ich mehrere freie Tage am Stück, darf heute auf einer Jam Session mit meinem Bruder zusammen den Opener singen, bekomme lieben Besuch, auf den ich mich sehr freue… alles super.

Und schon packen mich eine enorme Weltverdrossenheit und Misanthropie, ja ein gewisser zynischer Hass auf alles Zivilisierte. Menschen erscheinen mir alle gleichermaßen dumm und engstirnig in ihren Versuchen, unsichtbare Masken zu perfektionieren, über die sie sich selbst definieren müssen, weil ihnen der klare Blick auf ihren Alltag und ihre tatsächlich vorhandene Persönlichkeit den Arsch gefrieren lassen würde. Geht doch weg, Ihr pseudoharten Kerle mit Eurem Techno-, Industrial- und Metalgeballer. Geht doch weg, Ihr möchtegernelitären Klassikhörer. Haut ab, Ihr dauergutgelaunten Schlager- und Wise-Guys-Hörer. Verschwindet, Ihr Rollenspieler aller Art, Ihr Kleinstadt-Selbstdarstellungsneurotiker, Ihr Metropolen-Superweiber, Ihr Licht-und-Liebe-niedliche-Tierbilder-Poster, Ihr Politisierer und Missionierer, die Ihr glaubt, ein Recht auf die Veränderung anderer Menschen zu haben, Ihr an allem Desinteressierten, die den Hintern nicht hochkriegen, mal an sich selbst zu arbeiten, Ihr penetranten Meckerer, Ihr Frustbolzen, Ihr es-allen-Recht-machen-Woller, Ihr uninspirierte antikreative Vernunftziegelsteine, Ihr Gierschlünde, Ihr Süchtigen nach etwas, das Ihr täglich beim Shopping sucht und nie findet, geht weg und laßt mich heute alle in Ruhe.

Wenn ich heute Abend zu Hause wäre, würde ich ein Glas Rotwein trinken, langsam und mit Genuß, damit die Zunge schön lila wird, und dann bei jedem Klingeln die Tür aufreißen, die Zunge herausstrecken und einen Banshee-artigen Kreischer von mir geben. Und ich würde morgen früh mit einem pervers-befriedigten Lachen die Angsturinpfützen wegwischen.

Manchmal will ich wie Kali unkontrollierbar wild tanzend auf der Welt herumtrampeln.


Wer diesen Post persönlich nimmt… der hat's verdient.

Und morgen werde ich die Welt wieder mit Langmut nehmen.

Bis dahin erstmal die schlecht gelaunten Suchbegriffe des Monats. Eins Monats übrigens, in dem erstmals einer meiner Beiträge über 40 Aufrufe in nur einer Woche hatte. Und welcher? Richtig, der mit dem Begriff "Sex" im Titel. Zum Kotzen.

schöne blaue augen mit tränen - wer wirklich heult, ist dann nicht mehr schön, du hollywoodverdorbenes Geschöpf, Du weltfremder Manga-Leser, und dem ist es auch scheißegal, wie er aussieht, der hat nämlich gerade andere Probleme.

veganer flammkuchen - Ja Herrgott, laßt halt den Schinken weg und ersetzt Käse mit irgendeinem Pseudokäse, Mehl und Gemüse sind auch für Omnivoren kein Fleisch.

birke wurzeln - ach was.

herbstblätter sturm - Derzeit wäre ich gerne der Sturm. Willst Du mein Herbstblatt sein?

auge draußen - Guck mal hier: Zunge draußen.


columban der ire - hat einen Krieg angezettelt wegen nichts als einer verdammten Buchkopie, falls Du Columcille meinst.

ich bin mit flugzuig zuruckgekeht - hoffentlich ist wenigstens Deine Unterschrift im Perso fehlerfrei.

laufen in herbstblätter - N! war eines meiner größten Vergnügen in der Kindheit. Inzwischen sind die entsprechenden Waldwege gepflastert. -.-

quittenlikör blog - Nein, das hier ist KEIN Quittenlikörblog. Obwohl ich wieder welche geschenkt bekommen habe. Aber da ich momentan keine Zeit zum Entsaften habe, liegen sie eher als Duftsteine hier herum.

:::::::::::::::::

Nachtrag um Mitternacht: Singen macht alles besser. Auch wenn sich das mit den freien Tagen gerade erledigt hat und ich morgen früh raus muß.