Donnerstag, 7. Februar 2013

Rund um und mitten drin

…in den Aufnahmen fühle ich mich müde, leicht depri, will den ganzen Organisationskram rund um die Kunst nicht machen müssen und hätte gerne mal einen Tag komplett frei. Einen einzigen. Bitte. Einer im Monat würde mir reichen. Manchmal beneide ich Leute, die jeden Tag zur gleichen Zeit arbeiten gehen und dann zwei Tage frei haben dürfen. Jede Woche. Und die auch noch Urlaub nehmen können, wann sie wollen. Wahnsinn.

Mit drei Jobs zu jonglieren, deren verpflichtende Urlaubszeiten sich natürlich nicht überschneiden, so daß meine maximale Entspannung ist, "nur" nach A und B zu müssen, wenn C gerade frei macht, ist auf die Dauer extrem belastend, stelle ich fest.

Was die Aufnahmen betrifft: eine Instrumentalistin rief heute früh an. Sie ist krank und schickt hoffentlich einen Ersatz, den ich nicht kenne, was bedeutet, wir verschwenden Aufnahmezeit mit proben… aber sie wird mir jemand Gutes schicken, da bin ich mir sicher. Nur wer den bezahlt, da bin ich mir nicht sicher.

Ich verköstige alle, was bedeutet, ich stelle mich jetzt in die Küche und habe eben schon einen Großeinkauf hinter mir, was alles nicht schlimm wäre, wenn ich nicht die ganze Zeit diese Weltuntergangsstimmung vor mir herschöbe.

Gestern habe ich drei Stunden mit einem wirklich guten Schlagwerker verbracht und die Schlagzeugspur für einen meiner Titel aufgenommen. Und dann denke ich mir wieder: Wozu machst Du das eigentlich? Das kannst Du doch sowieso nicht vermarkten. Mehr als 4 Titel aufzunehmen hast Du nicht das Geld, also eine CD auf eigene Kosten zu produzieren fällt aus. Welches Label will denn schon sowas haben? Und selbst wenn es eines gäbe - wie soll ich das stemmen neben meinen jetzt schon drei mich an den Rand des Dauerweinens schlauchenden Jobs?

Solange ich da stehe und singe ist alles gut. Und dann kommt das ganze Drumrum und knüppelt mich nieder. Mist.

Aber gut, ich jammere auf hohem Niveau. Immerhin habe ich überhaupt Arbeit.

Kommentare:

Ashmodiel hat gesagt…

Ich mach mir Sorgen =(

Hummel hat gesagt…

Ach, naja, ich hab das ja ständig, dieses Gefühl, mir wird alles zuviel. =( Ich mußte nochmal los, weil ich beim Einkaufen was vergessen hatte und dann hatte ich die Schnauze voll und hab erstmal ein heißes Bad genommen. Jetzt bin ich etwas ruhiger und verteile die Restaufgaben über den Nachmittag und Abend, schön langsam mit viel Kaffee zwischendrin, dann geht das alles.

*knuddel*

athena hat gesagt…

Oh je, da klingt nicht schön... Dabei solltest Du jetzt glücklich sein... :( Aber ich verstehe was Du meinst und es ist klar dass Du es dauerhaft nicht stimmen können wirst, tut mir leid...
Genieße die Zeit, die Du dort hast und sieh zu dass Du sie zu Deiner einzigen "Verpflichtung" machst. Ich weiß, das ist einfacher gesagt, als getan - aber Du wirst es schaffen - wenn auch vielleicht nicht direkt morgen...

athena hat gesagt…

P.S. "Jammern auf hohem Niveau" ist irgendwie eine blöde Aussage - also so ganz generell - da einfach subjektiv bzw. relativ. Wenn Du etwas fühlst ist es völlig egal in welcher gegenteiligen Lage ein anderer vielleicht gerade ist. Es geht ja um Deine Empfindungen, von daher... *fühl Dich umarmt*

Silberweide hat gesagt…

Zwischendurch muss frau einfach mal so´n Sack Mist und Ärger in die Ecke stellen, dann wie Du ein heißes Bad nehmen, ein Brikett aus dem Feuer, tief durchatmen und weiter geht´s. Schließlich ist es Deine Herzensangelegenheit und deshalb bekommst Du es auch hin, inklusive notwendiger Übel.....und nicht aus der Ruhe bringen lassen.....TOI TOI TOI! *Daumendrück*

Liebe Grüße
Silberweide

Feona Malea hat gesagt…

Klingt nicht so, dass dann alles geht. Das geht vielleicht mal kurzzeitig - aber du bist weder Superman noch sonst wer, der gleichzeitig auf allen Bällen tanzen gehen kann. Du musst dich schon entscheiden - auf kurz oder lang - oder du landest dann auf den Brettern und kannst erst mal gar nix mehr.

Aber ich vergaß - du kannst ja alles und stemmst ja alles und willst ja alles und meinst es geht immer alles ... irgendwie.

Täusch dich damit nur nicht.

Halte deinen Fokus auf deinen Herzenswunsch - arbeite dafür, mach was draus und sei optimistischer! Wenn du nicht an dich glaubst - wer soll es dann?

In Peace and Beauty may I walk hat gesagt…

Oh je, das klingt aber sehr bedrückt. Ich hoffe, du findest in Bälde mal etwas Entspannung und Ruhe, um deine Batterien aufzuladen. Und ich hoffe, du findest auch Optimismus und Zuversicht - es ist nicht die Frage, warum sich dein Wunsch erfüllen, warum dich jemand produzieren wollen sollte, sondern die Frage ist: Warum nicht? Du hast bestimmt das Zeug dazu!

LG
Liath

Hummel hat gesagt…

Vielen Dank für Euren Zuspruch. =)
Es ist halt einfach viel - und es bleibt viel, Job A und B werden sehr fordernd die nächsten 2 Monate. Ich arbeite aber bei A auch Leute ein und hoffe und bete, daß die gut sind und mir dann was abnehmen werden. Und B schrubbe ich jetzt runter. C macht mir Spaß trotz Fahrerei und D - meine Lieder - will ich so gut wie möglich in den Kasten kriegen und dann einfach gucken, was geht. Ich schaff das schon irgendwie, es ist nur wesentlich leichter an den Tagen, an denen ich nicht so durchhänge.

Feona Malea hat gesagt…

Ich kann wirklich nur den Kopf über dich schütteln.

Weißt du denn was du wirklich willst? Meinst du, dass du das stemmen kannst, wenn du mit DEINER Musik wirklich was machen willst? Dafür brauchst du Energie und Zeit und beides geht bei dir für andere Sachen drauf und DU gehst mehr und mehr am Stock.

athena hat gesagt…

Na ja, was soll sie machen...? Also ich meine jetzt gleich, sofort...?
Erstmal muss sie ja weiter arbeiten, um davon leben zu können, Rechnungen zahlen ect.
Natürlich ist die Doppelbelastung keine Dauerlösung und auch keine für länger... Sondern eben "nur" so lange bis sich eine Chance für was Besseres ergibt und dann kann sie sich verwirklichen.
Bestünde denn evtl. die Möglichkeit von diesem 3-Job-Modell weg zu kommen? Also erstmal vorüber gehend nur einen machen, was ganz anderes vielleicht sogar? Ganz in der Nähe...?

Hummel hat gesagt…

Nein, die Chance besteht nicht, Athena, und einen Job außerhalb der Musik anzunehmen wäre beruflicher Selbstmord. Ich muß in dem Geschäft bleiben, an dem ich teilhaben will.

Ab und an bin ich einfach mit den Nerven runter so wie jeder Mensch und dachte, ich kotz mich hier mal aus, damit es mir dann etwas besser geht und ich weitermachen kann. Das geht allen Menschen in allen Lebenslagen so.

Über kurz oder lang werde ich an meiner beruflichen Situation etwas ändern müssen, aber derzeit bin ich wahnsinnig froh, das erste Mal in meinem Leben in den schwarzen Zahlen zu sein. Da will ich bleiben. Denn das gibt mir die Chance, meine Projekte in die eigenen Hände zu nehmen, wenn sich keine Plattenfirma findet, die mich produzieren will (was vermutlich der Fall ist). Ich habe gerne einen Plan B und der ist hier eben einfach mit Geld verbunden.