Freitag, 15. November 2013

Freitagsfüller und Geschichten aus der Woche

1. Als ich heute aufwachte, war es noch dunkel.

2. Ich fürchte, das relativ milde Wetter hält sich nicht mehr lange und der Frost kommt bald. Aber ich gebe die Hoffnung noch nicht auf - bisher stehen noch immer Pflanzen auf meinem Balkon und ich mußte noch nicht Eiskratzen, toi toi toi.

3. Ich kaufe gerne aber selten handgemachte Dinge.

4. Nachdem mein Papa mein Budget mal durchgerechnet hat, weiß ich nicht, wie ich das dieses Jahr stemmen soll: Geschenke für die Nichten und Neffen und Freunde. Und das Auto ist noch lange nicht abbezahlt. Und im Januar kommen wieder die Versicherungen. Und, und und.

5. Was ist denn los mit uns? Frage ich mich oft und will die Hände ringen.

6. "Wie machen Sie das, daß es bei Ihnen nicht so grob klingt wie bei uns?" fragte mich diese Woche eine erwachsene Schülerin. Die Antwort ist: mit Armgewicht und Fingerspitzen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine Reikisendung und einen Flex-Raid, morgen habe ich einen näheren Blick auf den angesetzten Pfirsichschnaps geplant, bevor ich zur Arbeit muß, und Sonntag muß ich gleich wieder zum Frühdienst, aber danach möchte ich nur noch ein paar Hundehaare wegsaugen und den Rest des Tages mit hochgelegten Füßen verbringen.

Vorlage

Blick auf die Woche:

[gefreut] Mausiprinzesschen war zu Besuch und fand es total interessant, aus dem Fenster zu gucken. Aus jedem Fenster. Sie ist ja sonst ein Erdgeschoßhund mit direktem Zugang zum Garten, daher war ihr der Blick aus dem Dachgeschoß hier wohl etwas sehr Besonderes.

Unter dem Schreibtisch:


Und auch im Hausflur:


Außerdem über viele Komplimente zu dem mit dem Besuch aufgenommenen Lied. Ich habe das nächste Spaßprojetkt schon im Hinterkopf, ich weiß nur noch nicht, wann und wie. Ich stelle auf jeden Fall fest, daß mir so etwas total Freude macht, weil es meinen gelegentlich überhand nehmenden Leistungsanspruch "wenn ich ein Lied schreibe, muß es perfekt sein" aushebelt und mich damit viel entspannter und beweglicher macht.
Und über Freunde, die sich freuen, mich zu sehen und zu hören.

[geärgert] Nur kurz über einen kleinen Idioten mit Großmannsucht, mit dem ich eigentlich nichts bis auf ein Hobby gemeinsam habe. Schon am nächsten Tag habe ich nur noch die Augen verdreht.

[gelacht] Im Gespräch mit Freunden und wie immer in meinem Chor.

[geweint] Über einen Abschied. Da hilft auch der schönste Sonnenuntergang nichts gegen.
Ich hasse Abschiede.


[gegessen] Selbstgemachte (naja, aus Backmischung) vegane Schokomuffins. Wobei ich die Hälfte an Schüler verteilt habe. Pfefferminz-Schokotaler, die ich neu im Supermarktregal entdeckt habe und die zufällig vegan und geradezu süchtigmachend lecker sind. Kartoffel-Spinat-Auflauf, weil Mama mit eine Packung veganen Reibekäse geschenkt hat und ich endlich mal wieder was Überbackenes machen konnte. Getoastetes Vollkornbrot mit Tomatenscheiben. Weintrauben. Joghurt mit Schokostreuseln. Ja, es war eine schokoladenreiche Woche.



[getrunken] Kaffee auf der Arbeit, den mein Chef mir manchmal macht, bevor ich komme. Viel besseren Kaffee zu Hause. =) Schwarztee - heute früh mal mit drei Rosenknospen drin. Cola, weil vom Besuch noch welche übrig war. Leitungswasser. Kilkennys.


[gekauft] Grundnahrungsmittel.

[kreativ] Irgendwie gar nicht. Ich habe einen gewissen Durchhänger derzeit. Als würden alle meine Lieder gegen eine klemmende Tür prallen; ich komme einfach nicht weiter.
Ich habe einen Testpodcast aufgenommen und herumgeschickt und wertvolle Rückmeldungen bekommen, und darauf habe ich wirklich Lust - Minipodcasts von nur einigen Minuten Länge (maximal eine halbe Stunde stelle ich mir vor) mit viel musikalischem Schnickschnack drin, aber ich brauche Zeit, um das richtig vorzubereiten und die Aufnahmequalität ist derzeit noch sehr mäßig. Außerdem würde ich gerne nicht nur von zu Hause aus podcasten, sondern herumfahren und Leute interviewen - keine Ahnung, wie ich das technisch hinkriegen soll.

[Skurriles] Gestern sah mich ein kleiner Junge im Klavierunterricht plötzlich mitten im Spielen an und verkündete, er müsse mal dringend aufs Klo. Na lauf, sagte ich, kommt ja vor. Er lief. Sein Opa unterhielt sich mit mir ein paar Minuten, bis aus dem Erdgeschoß (ich unterrichte im ersten Stock, das Klo ist im Keller) ein Stimmchen nach ihm rief. Opa lief hinterher. Opa kehrte zurück. Enkel hatte eingepinkelt. Wie peinlich, wie unangenehm, viele nervöse Worte und hastiges Sacheneinpacken. Ich selbst hatte gar kein Problem damit - das ist halt ein kleines Kind, meine Güte. Opa und nasser Enkel zogen also ab.
Ich nahm mir einen Notenband aus dem Schrank und beschloß, die unverhofften freien 15 Minuten bis zum nächsten Schüler mit Debussy zu überbrücken. Nach 8 Takten bemerkte ich einen ungewöhnlichen Temperaturunterschied zwischen meinem linken und meinem rechten Hosenbein. Übles ahnend stand ich auf und kontrollierte den Hocker.
Ein Fleck.
Ein nasser Fleck.
Ein nasser Fleck, der nach Kinderpipi roch. *würg*
Verdammter kleiner Scheißer (ja, ab und an denke ich solche Dinge), jetzt hatte ich einen beurinierten Klavierhocker im Unterrichtsraum und zu allem Unglück auch noch selbst eine nasse Hose, einen Pipipopo sozusagen.
Ich holte also Papiertücher und behob das Malheur so gut es ging. Dann klopfte ich bei der Flötenkollegin an die Tür und entführte ihr den Klavierhocker, den sie nicht brauchte.

Ich überlebte den nächsten kleinen Jungen, der den größten Teil seiner Stunde immer damit verbringt, sinnlos herumzubrüllen, Krieg mit Bombeneinschlägen auf den Tasten zu spielen, seine Notenblätter mit den nachgeplapperten Worten erwachsener Erziehungsberechtigter zu bedrohen und vor seinem kleinen Bruder mit Dingen angeben zu wollen, die er gar nicht beherrscht. Auch er, genau wie der kleine Pinkler vor ihm, hatte sein Notenbuch vergessen, weshalb ich mit ihm Notenschlüssel malen übte.
Ich malte ihm in Zeitlupe einen vor und sagte dabei "erst einen Kreis nach rechts, dann wie eine Schnecke herum, dann nach oben einen Zipfel machen, dann ganz gerade hinunter und am Schluß ein Schweineschwänzchen". Ohne zu wissen, was vorher in dem Raum passiert ist, malte er nach und sagte "ein Kreis, dann hoch, guck mal - das sieht aus wie ein Pullermann, jetzt ein Schweineschwänzchen".

Wenigstens mein letzter Schüler des Tages ist total nett und normal und stellte meinen Glauben daran, daß Kinder von Natur aus gut sind, wieder halbwegs her.

Als ich am Abend von der Arbeit zurückkam, stopfte ich als allererstes alle Kleider in die Waschmaschine, inklusive Jacke, auf der ich ja im Auto gesessen hatte, und mich selbst unter eine besonders heiße Dusche.

[gesagt] Macht doch nichts.

[gedacht] Habe ich dafür Musik studiert?
Ich hasse Supermärkte.
Ich schaff das alles nicht.

[gefühlt] Einsam, dankbar, erleichtert, wütend, angeekelt, voller Selbstzweifel, müde, überfordert.

[Spirituelles] Nö, derzeit gar nicht. Vielleicht sollte ich mal wieder.

[gelesen] Die Gesänge des Eisplaneten - mit 12 Jahren damals auf dem Krankenhausbücherwagen entdeckt, mir kurz nach der Entlassung von meinem Taschengeld selbst geleistet und seither geliebt. Witzigerweise habe ich nie die Folgebände gelesen, das wird vielleicht mal Zeit.
Blogs, Mails, Foren, die Lokalzeitung.

[gehört] Ein interessantes Interview mit einem deutschen muslimischen Anwalt zum Thema ob man die Rechte und die Kultur Deutscher einschränken sollte, damit Muslime sich hier wohler fühlen (siehe Sonne-Mond-Sterne-Fest usw.), der sagte klugerweise zuerst einmal: Die Fragestellung ist schon völlig falsch. Es gibt ja nicht Deutsche im Gegensatz zu Muslimen, sondern es sind muslimische deutsche Bürger, um die es hier geht, und die in dem ganzen Aktionismus nie um ihre Meinung gefragt wurden.
Weihnachtslieder. Radio. The Shins. Los fabulosos cadillacs.
Porque sera que me gusta la noche?


[gesehen] Cargo. Sehr sehr neblige Landstraßen. Einen Sonnenaufgang und mehrere Sonnenuntergänge. Einen großen klopsigen Hund auf meinem Sofa.

[Und sonst so?] Och… mein Freund Herbst hat jetzt seine Farben verloren. Außen grau, innen grau, hmmm. Wird Zeit für die Lichterfeste.

Kommentare:

Feona Malea hat gesagt…

Am Abend ist die Einstimmung aber nicht ;)

Kopf hoch! Gabriel wird dir schon wieder was Neues zu spielen.

Den Typen über den du dich geärgert hast - den kenn ich glaub ;)

So - und nun: Ich drück dich!

Ashmodiel hat gesagt…

Innen grau ist doof.
Außen grau ist gemütlich.
Ich hoffe, die Mausiprinzessin hat in der [gefühlt]-Rubrik einiges wieder aufgehoben.
Und wenn Du was Sonne brauchst, melde Dich einfach =)

Hummel hat gesagt…

Danke, Ihr zwei!
Gabriel, na mal sehen…
Wenn ich Sonne so richtig dringend nötig habe, neige ich leider dazu, mich bei niemandem zu melden. Hmpf.
Ja, den Typen kennst Du, Feona. ;-)
Mausi hilft immer genau so lange wie sie da ist und ich kraulen kann. Dann kommt das Grau wieder. Aber jetzt erstmal zur Arbeit, das baut mich ja meistens auf.

Silberweide hat gesagt…

Gestern war ich in der Cloud, mönsch, das ist doch MEIN Rythmus, yeah no problem, aber am schönsten und sehr ansteckend, Deine Lache, egal ob versuchst es zu unterdrücken, oder es einfach durchflutscht, schon allein deswegen mußte ich es öfter laufen lassen.....
Jetzt weiß, wo ich immer ein lustiges Lachen finde, auch wenn alles finster ist und gerade kein Ausweg parat, allein dafür eine dicke fette Umarmung♡♥♡
Schön, das es Dich gibt.....

Liebe Grüße und noch einen chilligen Sonntag :-*

Hummel hat gesagt…

Aaawww… ♡ und schon bin ich wieder aufgebaut. Dankeschön! *knuddel*

athena hat gesagt…

Oh Mann, und ich hab das Stück auf Two Angels UND den Podcast immer noch nicht gehört... SORRY :(
Und zu dem Pipi-Kind: bäääähhh!

Hummel hat gesagt…

Ja, bäääh. ^^ MAch Du mal in Ruhe erst Deinen eigenen Stress fertig, Möönsch. Nix sorry an dieser Stelle. :-*

athena hat gesagt…

Der Podcast ging ja erst nicht anzuhören und an dem Tag war mit dem Song auch irgendwas, vermutlich weil ich bei Blinky schon seit einer Weile den Ton nicht mehr einstellen konnte... Wird jedenfalls nachgeholt - hab ich mir vorsichtshalber für Freitag mal in den Kalender geschrieben :-P