Sonntag, 23. Februar 2014

Liebe

Ich bin heute früh um 8 wachgeworden mit dem irren Drang, putzen zu müssen.





Nochmal für diejenigen, die mich und meinen Tag-Nacht-Rhythmus kennen.

Ich bin heute früh um 8 wachgeworden.
Ich.
Wach.
Sehr früh.
Sehr wach.
Und wollte putzen.

Ich weiß, es klingt irre, aber die Stimmen in meinem Kopf hielten es für eine gute Idee.
Also habe ich Dinge getan, die man früh um 8 tun kann, wenn selbst die Nachbarkinder noch nicht zu hören sind. Spüli aus- und wieder einräumen. Sämtliche Oberflächen mit einem Schwamm und Fitwasser abschrubben. Den letzten Winterschmuck wegräumen. Blumen gießen. Die Metalldeckel vom Altglas abschrauben, das ich nachher runterbringen will.
Jetzt ist es immer noch erst 9, daher habe ich mir einen Tee gemacht


und kann mich jetzt tatsächlich mal dem Thema widmen, über das ich schon länger nachdenke. Und das ist nicht mehr und nicht weniger als: Liebe.

Ich habe oft darüber nachgedacht, was es ist, das am Lieben so furchtbar falsch läuft. Daß etwas falsch läuft, und zwar andauernd, steht außer Frage, oder? Sonst wäre ja der größte Teil der Menschheit selbstverständlich zufrieden mit seinem Liebesleben, aber so kommt es mir nicht vor; im Gegenteil treffe ich viel häufiger als glückliche Menschen solche, die irgendwann aufgegeben haben, sich zufriedengeben mit einem Zustand, der sie nicht glücklich macht und die würdevoll verkünden, irgendwann würde ich (beliebigen jüngeren Menschen einsetzen) auch noch so weit kommen. Dann sei das und das normal, notwendig oder nicht mehr so schlimm.

Und da ich von Natur aus ein extrem kompromissbereiter Mensch bin, wenn es darum geht, andere ihr Leben nach ihrer Facon gestalten zu lassen, und gleichzeitig sehr kompromisslos, wenn es um meine eigene Lebensgestaltung geht, kann ich solche Aussagen nur schwer hinnehmen. Irgendwann würde ich auch nur noch im Dämmerlicht der Kompromisse vor mich hin dümpeln, Hauptsache ich hätte überhaupt irgendwen an meiner Seite, egal, von welcher Qualität dieses Miteinander dann wäre? Irgendwann wäre es mir auch nicht mehr so wichtig, wenn mein Partner mich betrügen würde? Wenn er sich überhaupt nicht für mich interessiert, sondern wir nur noch nebeneinander herleben? Wenn er seine Marotten entwickelt (was immer man so unter diesem Begriff zusammenfaßt), denn ich würde ja auch meine entwickeln? Nein, so einfach geht das nicht mit mir. Also habe ich mir mehrere Fragen gestellt.

1. Was ist denn eigentlich Betrug?
2. Was ist Liebe?
3. Was haben Liebe und Sex miteinander zu tun?
4. Was ist eine Partnerschaft, was ist ihr Sinn?
5. Was macht Monogamie mit uns?
6. Sind wir alle gleich in unseren romantischen Bedürfnissen?
7. Sind wir alle gleich in unseren sexuellen Bedürfnissen?
8. Was macht uns einsam?
9. Welche Wirkung hat Kommunikation auf eine Partnerschaft?
10. Welche Alternativen habe ich?
11. Welche Wirkung hätten diese Alternativen auf mein Leben und mein soziales Umfeld?

Vielleicht werfe ich später ein paar Dinge durcheinander - so bin ich eben -, aber ich will mal versuchen, mich in etwa an die Punkte zu halten.

1. Was ist denn eigentlich Betrug?
Wann fühlen wir uns betrogen? Wenn uns jemand absichtlich und zu unserem Nachteil täuscht, um selbst einen Vorteil daraus zu erlangen. Und natürlich nur, wenn wir es bemerken. Das fängt beim Wechselgeld an und geht bis zum politischen Hochverrat, und in Beziehungen beginnt es eigentlich schon damit, daß man sich anfangs gegenseitig stets gut gelaunte, perfekte Persönlichkeiten vorspielt, um beim potentiellen oder gerade frisch erlangten Partner den bestmöglichen Eindruck zu machen und geht dann eben bis zum Seitensprung.
Seitensprung ist ja schon so ein Wort. Einer springt zur Seite. Bedeutet das, in Partnerschaften geht man immer geradeaus und darf nie wieder von der Schiene runter? "Immer geradeaus, Kollege, immer geradeaus, immer geradeaus, kein Fingerbreit vom Wege, immer geradeaus, geradeaus…"
Ist Betrug, wenn einer der beiden Partner Sex mit einem Dritten hat, einfach, weil er Sex mag?
Ist es Betrug, wenn sich einer in jemand anderen verliebt, ohne das jemals sexuell auszuleben?
Ist es Betrug, wenn sich einer ehrlich in einen dritten verliebt, Sex mit ihm hat und seinen Partner dennoch weiterhin liebt wie vorher und auch mit diesem weiterhin Sex hat, ohne ihm (oder womöglich beiden) vom Vorhandensein der anderen Person zu sagen?
Ist sogenannter Betrug auch dann schlimm, wenn ich meinem Partner nichts davon sage, er nichts davon merkt und sich für ihn emotional gar nichts ändert, weil ich ihn nach wie vor liebe?
Ist es Betrug, wenn in einer Partnerschaft alles paßt bis auf die sexuelle Übereinstimmung und sich einer oder beide unabgesprochen in diesem Punkt eben andere Partner suchen? Oder ist das womöglich sogar ein Weg, die Partnerschaft zu schonen, um sie nicht dem Druck unerfüllbarer Bedürfnisse auszusetzen?

Meiner Meinung nach gibt es einen gesellschaftlichen Konsens, von dem alle westlich erzogenen heterosexuellen Menschen erstmal ausgehen: Haste einen, gehört er Dir. Bei schwulen Männern ist das anders, das kommt mir von außen manchmal mehr wie ein All-you-can-eat-Buffett vor, womit sie auch nicht immer glücklich sind, aber homosexuelle Partnerschaften haben ohnehin noch mit ganz anderen gesellschaftlichen Problemen zu tun und ich konzentriere mich daher jetzt mal in erster Linie auf Mann-Frau-Beziehungen.

Also - gesellschaftlicher Konsens. Ich lerne jemanden kennen, der ist nett, wir verlieben uns ineinander und wir gehen automatisch, sogar unbewußt, davon aus, daß wir beide ab dem Moment, in dem es zwischen uns zu sexuellen Handlungen kommt, eine Art Ausschließlichkeitsklausel unterschrieben haben. Du schläfst mit mir, also schläfst Du mit niemand anderem mehr. Du hast eine Beziehung mit mir, ergo liebst Du niemand anderen mehr. Weiterführend geht diese stumme Annahme: Du bist eine Beziehung mit mir eingegangen, also willst Du eine Zukunft mit mir bestreiten, Du willst dasselbe wie ich, denn wir lieben uns ja und haben daher übereinstimmende Wünsche. Kinder / keine Kinder, Karriere / keine Karriere, Auswandern / zu Hause wurzeln schlagen. Soweit das übliche menschliche Verhalten. Und nun wehe, wenn einer diesem unausgesprochenen Konsens nicht folgt.

Ist es schon Betrug, solche Themen nicht von vornherein anzusprechen, weil man das fragile Gebilde einer zarten neuen Liebe nicht zerreden möchte?



Ich habe früher immer gemeint, Betrug (womit ich Seitensprünge meinte) sei sinnlos in einer Partnerschaft: Wenn ich meinen Partner liebe, habe ich das nicht nötig, und wenn ich meinen Partner nicht liebe, kann ich auch gleich gehen. Teilweise vertrete ich diese Meinung immer noch, nur mein Bild davon, was betrügen eigentlich ist, hat sich verändert. Für mich (und ich weiß, daß es da mehrere andere Meinungen gibt) ist Betrug, jemandem absichtlich etwas vorzuspielen, was die Tatsachen verschleiert, die mich in Bedrängnis bringen würden.
Ich bin jemand, der gerne offen kommuniziert. Wenn ich ein Bedürfnis habe, spreche ich es an. Das betrifft nicht nur Sex, nicht einmal in erster Linie, sondern ich halte das für wichtig in allen zwischenmenschlichen Dingen. Lautes Musizieren zu Hause. Das Ausleben von Religion oder Spiritualität. Die verkraftbare Menge von Besuch im gemeinsamen Haushalt. Essen, das man nicht mag. Das Interesse, das ich mir von meinem Partner für meinen Alltag wünsche. Wenn mein Gegenüber dann versucht, auf dieses Bedürfnis einzugehen, freue ich mich. Wenn er das aus irgendwelchen Gründen nicht kann oder mag, aber bereit ist, nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, freue ich mich auch. Wenn er sagt "ist gut", sich dann aber gar nichts ändert, schlucke ich solange den Frust runter, bis nichts mehr reingeht, dann platze ich und verlasse die Beziehung. So bin ich - andere Menschen sind anders.

2. Was ist Liebe?
Ich liebe gerne und freigiebig. Ich liebe Menschen, mit denen ich gar nichts weiter zu tun habe. Ich liebe aber immer auf Distanz - ich habe Leute lieb. Das sind richtig gute Freunde von mir, Menschen, die ich bewundere, ein Großteil meiner großen Familie, Vertrauenspersonen. Liebe hat so viele Formen und Farben wie die Menschen, die mir begegnen. Für jeden ist sie anders, und doch ist sie im Kern jeder Beziehung, die ich zu irgendwem aufbaue. Manchmal ist sie ganz klein und heißt nur Sympathie, Akzeptanz oder Kollegialität, aber auch dann reicht sie noch, um in mir ein grundlegendes Wohlbefinden in der Gegenwart dieser Menschen zu verursachen. Fehlt sie vollkommen, fehlt jedes freundliche Gefühl für den anderen, dann halte ich mich fern (soweit das geht, manchmal hat man ja so Kandidaten als Chef oder so).
Noch einmal zusammengefaßt: Liebe ist für mich kein einzigartiger Edelstein, den ich wenn überhaupt jemals dann nur einmal im Leben finde, nachdem ich mir jahrelang an buntem Glas die Hände zerschnitten habe. Liebe ist immer da und immer möglich. Liebe ist die Fähigkeit und der Wille, sich auf jemanden oder etwas einzulassen. Fehlt dieser Wille, fehlt die Fähigkeit, nun, dann ist halt nichts damit. Doch man kann auch Menschen lieben lernen, wenn man bereit ist, anfängliche Einschätzungen zu überdenken, weil man sie im Laufe der Zeit anders kennenlernt. Wir machen das ja meistens umgekehrt: Wir verlieben uns, verfallen in einen Hormonrausch, bauen uns im Kopf Konstrukte von der perfekten Zukunft und lernen dann nach und nach die vermeintlich fehlerhaften Seiten des anderen kennen. Wir werden enttäuscht.
Wir werden ent-täuscht, nachdem wir uns eigentlich permanent nur selbst getäuscht haben, wider das bessere Wissen, daß es Mr oder Miss Perfect nicht gibt, sondern einfach nur einen ganzen Haufen total interessanter Menschen um uns herum.
Zu lieben bedeutet, sich jemandem (oder etwas) voll und ganz zuzuwenden. Es in seiner Einzigartigkeit sein zu lassen und sich daran zu erfreuen.
Zu lieben bedeutet nicht, etwas zu besitzen. Es bedeutet auch nicht, etwas besitzen zu müssen. Eine Erfahrung, die ich letztes Jahr machen durfte. Haben und Lieben sind zwei verschiedene Dinge. Meistens haben wir ja, ohne zu lieben. Doch ich kann auch lieben, ohne zu haben. Und das meint, ohne Verlustgefühl, im Gegenteil, mit einer tiefen Dankbarkeit für die Liebe, die ich selbst empfinde, weil ich Menschen kennenlernen durfte, die so etwas in mir auslösen können. Wenn das kein Geschenk ist! Es käme mir kleingeistig ohne Ende vor, dieses Wunder dadurch zu zerstören, daß ich "ja aber ich will ihn nur für mich allein, sonst kann ich niemals glücklich sein" denke. Klar kann ich glücklich sein - auch über dieses Gefühl entscheide ja letztlich ich selbst.

3. Was haben Liebe und Sex miteinander zu tun?
Nun, wir alle haben diese komischen Hormone. =) Wir haben Lust auf Sex, weil uns angeboren ist, unsere Art erhalten zu wollen. Daher haben viele Menschen auch deutlich mehr Lust auf Sex in dem Alter, in dem der Körper dafür am besten geeignet ist - so zwischen 15 und 35 oder so. Und darüber hinaus streben wir nach Generativität, also nach etwas, das uns als Individuen nachhaltig macht, das von uns bleibt, das in die Nachwelt getragen wird. Für den allergrößten Teil der Menschheit äußert sich dieses Streben in einem Wunsch nach eigenen Kindern und Enkeln. Für manche, wie mich, ist es ein Streben nach künstlerischer Nachhaltigkeit.
Sex ist wie Essen, Musik und Malerei, Autofahren, Gruselkabinett auf dem Rummel, ein Buch und praktisch jedes andere Ding im Leben sehr schön, wenn es gut gemacht ist. Gut gemacht heißt: Mit viel Aufmerksamkeit und Hingabe, mit Liebe zur Sache und zum Objekt, mit richtig proportioniertem Spaß und Ernst.
Was Sex ganz bestimmt nicht ist, wofür er aber oft unbewußt oder sogar heimlich, dem eigenen Kopf zum Trotz, gehalten wird: ein Liebesbeweis. Natürlich muß ich eine grundlegende Zuneigung zu einem Menschen haben, mit dem ich etwas derartig Intimes teile, und eine gehörige Portion Vertrauen. Aber selbst das trifft nicht auf alle Menschen zu - andernfalls würde dem ältesten Gewerbe der Welt die Marktlücke fehlen. Ich habe mal auf dem Blog eines bisexuellen Hobby-Autoren von herzzerreißend romantischen Bi-Liebesgeschichten diese schöne Übersicht gemopst:


Ich finde, das trifft es ganz gut, obwohl ich persönlich den Ausdruck "friends with benefits" irgendwie netter finde als "fuck buddy". ^^
Der Trugschluß jedenfalls "du hast mit mir geschlafen, also mußt Du in mich verliebt sein" ist gefährlich - besonders Frauen neigen scheinbar dazu, so zu denken - und eigentlich auch unnötig. "Du hast mit mir geschlafen, also findest Du mich wohl hinreichend vertrauenswürdig und attraktiv" reicht doch eigentlich völlig aus, oder? Ist es nicht viel schöner, denken zu können "du hast gerade im Gespräch den Finger auf eine meiner Wunden gelegt, weil Du mein Innerstes verstehst, also hast Du mir zugehört und mich angesehen" oder "Du hast mir gerade rückhaltlos Dein Herz ausgeschüttet, also vertraust Du mir wohl mehr als den meisten Menschen" - und dann irgendwann "Du hast mir gerade in die Augen gesehen und gesagt, daß Du mich liebst, also liebst Du mich"?
Vielleicht fallen wir so oft auf die Schnauze, weil wir einfach wild überinterpretieren, statt uns die Zeit zu nehmen, unsere eigenen Gefühle aus allen Perspektiven zu beleuchten, sie sich entwickeln zu lassen, Sex zu haben und es entweder toll zu finden oder es wieder sein zu lassen, und um dem Partner die Zeit zu gönnen, dasselbe ganz langsam zu tun? Nein, wir wollen ihn uns sichern. Ich hab ihn zuerst geküßt, jetzt gehört er mir! Ich hab Dir gesagt, daß ich Dich liebe, jetzt kommst Du nicht mehr raus aus der Nummer - jetzt hast Du so zu sein, wie ich Dich haben will. Immer verfügbar, aber ausschließlich für mich.

4. Was ist eine Partnerschaft, was ist ihr Sinn?
Kurz gesagt: Wir sind nicht gern alleine. Wir verkümmern geistig und seelisch ohne regelmäßige soziale Kontakte, ohne Austausch. Wir vereinsamen schnell. Doch auch hier habe ich ein Aber: Aber ich persönlich stelle fest, daß ich sehr gerne alleine lebe. Ich bin nicht gerne einsam, natürlich - wer ist das schon? Aber ich war in meinen Partnerschaften wesentlich einsamer als jetzt. Es ist schlimmer, neben jemandem zu leben, von dem man sich wünscht, er würde seine Worte wahr machen und tatsächlich mal lieben, Interesse zeigen, aufmerksam sein, ohne daß es jemals eintrifft, als alleine zu leben und die großartigen Triumphe und Niederlagen des Lebens mit Freunden zu teilen.
Ich kenne allerdings mehrere Menschen, die so unfähig sind, mit sich selbst zurande zu kommen, daß sie jederzeit eine Beziehung mit irgendwem dem Singledasein vorziehen würden. Sie leben in Beziehungen, von denen sie wissen und sogar selbst sagen, daß sie ihnen schaden, daß sie darunter leiden und daß sie sie eigentlich beenden sollten - "aber dann bin ich ja ganz alleine". Ja, sage ich dann immer, dann bist Du alleine. Aber einsam bist Du deshalb noch lange nicht.

8. Was macht uns einsam?
Ich glaube, einsam macht uns der unerfüllte Wunsch nach zwischenmenschlichem Gleichklang. Das hat gar nichts mit Sex zu tun oder unbedingt mit Liebe, sondern ist ein Gefühl des Isoliertseins, das einen Menschen auch treffen kann (oft sogar besonders stark), wenn er in einer Beziehung ist, in einer Gruppe auf einer Party oder sonst durchaus sozial umgeben von Leuten - aber zu diesen einfach keinen Draht findet, keinen inneren Widerhall.

Ich habe leider kein Video gefunden, in dem genau dieser Textausschnitt vorkommt, aber in Prinzessin Fantaghirò gibt es eine Stelle, in der sie sehr einsam ist. Sie wurde verbannt, lebt in der Wildnis, trainiert mit dem Schwert unter der Anleitung ihres Mentors, des weißen Ritters, und dieser spricht die bemerkenswerten Worte: Du bist nicht allein. Du hast ja Dich.


Hach, den muß ich auch mal wieder sehen.

Eine Partnerschaft erfüllt also für uns den Zweck, unsere Einsamkeit zu verringern - wie sinnvoll oder wenig sinnvoll das auch immer ist. Ich persönlich glaube ja, daß ein Mensch, der mit sich nicht alleine leben kann, auch als Partner einer Beziehung nur begrenzt glücklich sein und glücklich machen kann. Aber das ist natürlich eine nicht verifizierbare Unterstellung. =)
Außerdem erfüllt sie potentiell den Wunsch nach mehr oder minder regelmäßigem Sex.
Und - und das halte ich für sehr wichtig, auch wenn es bei fast allen Menschen nie den Weg ins Alltagsbewußtsein findet - wir alle neigen dazu, uns für ganz besonders zu halten, wenn wir von jemandem große Aufmerksamkeit bekommen. Und diese ausschließliche oder wenigstens überdurchschnittliche Aufmerksamkeit eines anderen Menschen möchten wir immer. Damit bekommen wir das Gefühl geschenkt, daß an uns etwas grundlegend richtig ist. Dem gegenüber steht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, wenn man alleine lebt. "Na, Du bist ja noch jung" - "Mach Dir keine Sorgen, Du kriegst auch noch jemanden ab" und ähnlich gut gemeinte verbale Schulterklopfer tragen dazu bei. Damit bin ich wieder bei der Fähigkeit, alleine zu leben: Womöglich machen ja Leute, die gerne alleine leben, etwas richtig? Richtiger sogar als solche, die Partnerschaften erdulden, die sie krank machen, aus Angst, mit sich selbst klarkommen zu müssen? Aus Scham, als Beziehungsversager dazustehen? Wo bist Du denn dann, wenn Du 40 bist und nicht unter der Haube? Dann wirst Du irgendwann die komische alte Katzenfrau. Dann mußt Du irgendwas Abstoßendes an Dir haben, daß es kein Mann mit Dir ausgehalten hat.
Was für ein Blödsinn! Ich halte partnerschaftliches Leben nicht für per se erstrebenswert. Es ist dann erstrebenswert, wenn alle Beteiligten damit glücklich sind. Ob es nun eine Ehe ist, eine Wohngemeinschaft, eine Freundschaft mit gelegentlichem Sex aber ohne gemeinsame Wohnung, eine Kommune, was auch immer…
Wenn aber alle Beteiligten glücklicher alleine sind, ja Himmel, dann muß man doch nicht an etwas klammern, das nicht gut tut.

5. Was macht Monogamie mit uns?
Eine Frage, die ich mir schon lange stelle. Nach meiner Definition von Liebe, siehe oben, ist strenge Monogamie Unsinn, wenn sie als reine Prinzipienfrage durchexerziert wird. Sie hatte ja mal eine gewisse wirtschaftliche und politische Berechtigung, aber das kann man doch nun wirklich nicht mehr auf die heutige Zeit und unseren Kulturkreis anwenden.
Ich kenne Paare, die seit dem Kindergarten zusammen sind und total glücklich miteinander. Die wirklich aus zwei Menschen bestehen, die einander alles sind. Diese Paare sind auch nicht in sich verkapselt, wie es in unglücklicheren Beziehungen so oft der Fall zu sein scheint, sondern führen offene Häuser, haben gerne Gäste, unternehmen viel miteinander und strahlen vor Lebensfreude, nach 30 Jahren Ehe wie nach dem ersten. Für diese Menschen ist ein monogames Lebensmodell perfekt, denn es macht sie glücklich.
Für andere Menschen muß das nicht gleichermaßen funktionieren. Es gibt Leute, die mehr als einen Menschen von ganzem Herzen lieben. Warum sollte das auch nicht gehen? In meinem Kopf oder meinem Herzen wird ja nichts ausgeschaltet, sobald ich einen wunderbaren Menschen getroffen habe, so daß ich alle anderen wunderbaren Menschen plötzlich nicht mehr wahrnehme. Oder, etwas grobschlächtiger ausgedrückt: 

Ist mein Herz ein Klo, auf das immer nur ein Arsch paßt? ;-)

Das geht jetzt über in 6. Sind wir alle gleich in unseren romantischen Bedürfnissen?

Natürlich können wir mehrere Menschen gleichzeitig lieben. Wir lieben ja auch unsere Eltern gleichzeitig. Und wenn nicht alles furchtbar schiefläuft in der Kindheit lieben wir sie sogar gleich stark, aber dennoch unterschiedlich - denn es sind eben zwei unterschiedliche Menschen. Wir lieben unsere Geschwister unterschiedlich. Wir lieben unsere Freunde gleichermaßen, aber jeden anders, seiner und unserer eigenen Persönlichkeit entsprechend. Also was in aller Welt veranlaßt uns, zu glauben, dieses Liebenkönnen hätte aus moralischen Gründen da ein Ende, wo der Sex beginnt? Warum sollte es? Es ist nicht die Fähigkeit, zu lieben, die uns hier Schwierigkeiten bereitet, sondern die Unfähigkeit, von unserem Besitzdenken Abstand zu nehmen.
Wir können vielleicht ganz heimlich glauben, wir selbst wären fähig, mehrere Menschen zu lieben - aber kämen wir in eine Situation, in der unser Partner, eine sehr gute Freundin, ja selbst unser WG-Genosse plötzlich einem anderen Menschen ebensoviel Zuneigung entgegenbrächte wie uns (ich rede wohlgemerkt nicht von Sex), dann würde der Spaß aufhören, selbst wenn uns gar nichts weggenommen würde, weder zeitlich noch emotional. Dann haben wir Verlustängste, dann fühlen wir uns minderwertig oder nicht mehr ausreichend und gut genug, oder wir halten den anderen einfach für ein Arschloch und werfen ihm vor, er würde ja seine Zeit lieber mit anderen Leuten als den alten Freunden / dem Partner zu Hause verbringen, weil er untreu / flatterhaft / oberflächlich (…) ist. Doch eigentlich ist das Problem ein hausgemachtes, nämlich die Angst vor dem eigenen Minderwertigkeitsgefühl.
Unterstützt wird das ganze durch ein Glaubenssystem, das stärkeren Einfluß auf uns hat als jede noch so harsche Religion, nämlich der Glaube an die eine, große, einzigartige romantische Liebe. Die man nur findet, wenn man alles richtig macht. Und auch nur behält, wenn man alles richtig macht. Für die Frauen schön und Männer stark sein müssen. Die von Filmen, Büchern, Lehrern, Eltern, Großeltern mit einer unfassbaren Selbstverständlichkeit als das richtige Lebensmodell vermittelt wird, im Gegensatz zu den verrückten, unanständigen, jugendsündenhaften, exzentrischen Lebensmodellen wie zum Beispiel einer Partnerschaft zu dritt, einem größeren Freundeskreis, dessen Beteiligte sich alle gegenseitig schätzen und gelegentlich eben auch Sex miteinander haben oder einem entschiedenen Leben ganz alleine. Das kann man ja alles machen, klar, das tut ja keinem weh, da hat man ja auch gar nichts dagegen… aber ein bißchen komisch ist es schon.

7. Sind wir alle gleich in unseren sexuellen Bedürfnissen?
Nein, sind wir nicht, das ist wohl jedem klar. Ein Freund schrieb mir mal sinngemäß: "Ist es nicht doof, wenn ein Partner, der nicht mehr auf Dich abfährt, Dir prinzipiell die Abfahrt verbietet?" Und hier ist wieder, wie schon bei der Liebe und Freundschaft, das Besitzdenken, daß uns alles vermiest. Manche Leute haben eben einfach irgendwann keine Lust mehr auf Sex. Manche Leute haben immer Lust auf Sex, aber vielleicht nicht mehr mit dem Partner, den sie für ihr Leben gewählt haben - und den sie auch behalten wollen. 
Und hier müßte nun einfach mal eine offene Kommunikation ansetzen, und zwar zuallererst mit sich selbst, dann mit den Menschen, die es betrifft:

(9. Welche Wirkung hat Kommunikation auf eine Partnerschaft?)
Was brauche ich eigentlich wirklich, um mich rundum wohl zu fühlen? 
Braucht mein Partner dasselbe oder etwas anderes? 
Kann und will ich ihn damit konfrontieren? Falls nein - warum nicht? Glaube ich, daß ich diesem Menschen damit weh tue oder bin ich einfach nur feige? Bin ich womöglich bereit, aus so einem Gespräch Konsequenzen zu ziehen? Falls der Partner sagt 'mit mir nicht' - wie reagiere ich? Habe ich Angst, vor diese Wahl gestellt zu werden und sage deshalb lieber gar nichts? Sind Heimlichkeiten in so einem Fall angebracht, um eine bestehende Liebe zu schützen? (Ich beantworte diese Fragen absichtlich nicht, weil ich glaube, das ist pauschal unmöglich, weil in jeder Partnerschaft anders.)
Mein Partner sagt mir, daß er sich sexuell etwas anderes wünscht, als er bei mir findet - wie gehe ich damit um? Fühle ich mich jetzt weniger geliebt? Falls ja, warum? Fühle ich mich vielleicht erleichtert, weil ich selbst nie den Mut hatte, das anzusprechen? Wünsche ich mir vielleicht auch etwas anderes, oder einfach nur meine Ruhe?

Welche Wirkung diese Art Kommunikation auf eine Partnerschaft hat, kommt auf die Partnerschaft an. Wer von Anfang an jedes Problem bis ins Detail ausdiskutiert, damit wirklich alle Fronten absolut geklärt sind (ich kenne so ein Paar - die haben die ersten Wochen ihres Kennenlernens kaum geschlafen, weil die Beziehung echt problematisch startete, aber sie haben ALLES nachts nach der Arbeit auf den Tisch gepackt und gehören seither zu den glücklichsten Leuten, die ich je getroffen habe), hat es vermutlich leichter. Dazu braucht es aber Leute, die dann nicht gleich weglaufen, weil er/sie schon am Anfang "so anstrengend"  und unromantisch ist.
Andere Leute leben vielleicht 20 Jahre irgendwie miteinander und kommen erst so nach und nach drauf, daß die Dinge ja nicht so bleiben müssen, nur weil sie immer so waren - und entwickeln sich miteinander woanders hin. Vorsichtig, Schritt für Schritt. Vielleicht nach einem Initialknall, der alle Beteiligten etwas aufmerksamer gemacht hat. Mein Bruder ist so ein Kandidat.
Natürlich kann es auch sein, daß einer der Partner mit dem anderen einfach nicht mitgehen möchte und sich der Kommunikation über partnerschaftliche Dinge komplett verschließt, "weil man das eben nicht so macht". Wie gesagt, das ist eine Frage der betroffenen Persönlichkeiten und nur zwischen diesen zu entscheiden, da gibt es kein Richtig und kein Falsch. Und von daher halte ich es auch für falsch und anmaßend, solche Dinge von außen be- bzw. verurteilen zu wollen. Ein Mensch, der seinen Partner "betrügt", ist nicht automatisch ein Arschloch, nur weil ich mir das von meinem Partner nicht wünschen würde - er lebt schlicht in einem anderen Beziehungsuniversum. Vielleicht ist er ein Arschloch. Vielleicht ist er aber auch mit der großen Liebe seines Lebens gesegnet, und zwar gleich zweimal. Oder sein Partner und er haben eine Übereinkunft, die mich nichts angeht und die ich daher nicht kenne.

10. Welche Alternativen habe ich? 
11. Welche Wirkung hätten diese Alternativen auf mein Leben und mein soziales Umfeld?
Als Alternative zur klassischen Ehe, zwei Kinder (Junge, Mädchen), ein Labrador, ein Haus, zwei Autos, zwei Jobs (Er verdient besser als Sie) ist ja praktisch alles vorstellbar: Singleleben mit gelegentlichen körperlichen Leckerbissen am Wegesrand. Singleleben mit totalem partnerschaftlichem Desinteresse. Gemeinsames WG-Leben mit einer guten Freundin / einem guten Freund. Polygame Beziehung. Mehrgenerationenhaus.

Was immer man tut, das jenseits des klassischen Ehemodells ist, wird auf jeden Fall im sozialen Umfeld Wellen werfen. Speziell die polygame Beziehung dürfte, egal wo in Deutschland man wohnt, für viele über dem Kopf zusammengeschlagene Hände bei den Verwandten sorgen. :D Und da wir ja hoffentlich alle unsere Verwandten mögen und unsere Freunde uns besonders gut kennen und uns wünschen, daß wir glücklich sind, auf welche Art auch immer, muß man auch solche Dinge vermutlich sorgfältig kommunizieren. Also mein Kopfkino schlägt Purzelbäume, wenn ich mir das vorstelle:

"Ja, also, Mama und Papa, ich habe jetzt wieder einen Freund. Eigentlich zwei. Und eine Freundin. Ähm."

Mama: "KIND!" *klatsch* (die Hände überm Kopf)
.oO (Denkblase) 'Oh Gott, sie wird sich unglücklich machen, das sind bestimmt alles böse Leute, die sie nur ausnutzen wollen.'
Papa: "Na Du mußt wissen, was Du tust."
.oO (Denkblase) 'Das hätt ich auch immer gern gehabt. Nur ohne die Kerle.'

Hrr hrr hrr.

Und jetzt bin ich sehr gespannt auf Eure Rückmeldungen. Ich habe das Gefühl, das Thema trotz der ungewöhnlichen Länge des Beitrags nur angekratzt zu haben und denke, da kommt bestimmt noch viel Interessantes von Euch zurück. =) Also, kommentiert nur fleißig.

Ich LIEBE dieses Stück, ich wollte das schon immer mal posten und jetzt habe ich endlich den richtigen Anlass dafür. Schmalz frei!


Kommentare:

athena hat gesagt…

Puh... Also ich glaube das Thema hätte auch "Partnerschaft" lauten können. Das mal als Erstes ;-) Oder Lebensmodelle...
Meine Einstellung zu den meisten Punkten kennst Du, wobei ich überlege die Fragen nochmal für mich selbst zu beantworten. Wenn auch nicht auf meinem öffentlichen, dann vielleicht auf dem privaten Blog.

Zunächst mal halte ich Ehrlichkeit für Unabdingbar. Alles andere (Unaufrichtigkeit, Lügen, nicht erzählen) sind für mich Betrug. Es sei denn, es gibt eine ganz klare Absprache, die besagt dass man sich eben von Anfang an nicht alles sagen zu braucht.
Und bedenke: Es sind nicht immer nur gesellschaftliche Prägungen, die Monogamie anerziehen, sondern womöglich auch persönliche, sehr tiefe Bedürfnisse des Einzelnen. Und offensichtlich auch heut zu Tage noch von vielen Menschen. Also etwas, das eine Menge Leute gemeinsam haben. Bei mir jedenfalls ist es so. Und wenn die ganze Welt plötzlich bunt durcheinander vögeln würde (pardon), für MICH ist das unvorstellbar. Verletzend und zerstörend. Ich brauche und will diese Exklusivität. Ohne könnte meine Ehe nicht weiter bestehen. Was wir aber auch von Anfang an gegenseitig so klar gemacht haben. Und es hat sich bisher nie geändert. Menschen brauchen Sicherheit und Bestätigung, emotional sowie im täglichen Leben. Die meisten jedenfalls. Zu denen gehöre ich auch. Was ist verkehrt an den alten Werten und moralischen Vorstellungen?
Jeder für sich, sowieso muss man individuell entscheiden. Aber soviel zu mir ;-)

Hummel hat gesagt…

Ja, Deine Meinung kenne ich. =) Und an den alten Werten (wobei ich da auch vorsichtig wäre - auch früher wurde aus Vernunftgründen geheiratet und oft genug geliebt nur außerhalb der Ehe) ist überhaupt nichts falsch, wenn eben beide Partner damit wirklich glücklich sind. Mich stört nur ein bißchen, daß dieses Modell das einzige ist, daß als gesellschaftlich voll anerkanntes im Raum steht, als wäre alles andere nur halb so schön, halb so ehrlich und in seiner Gefühlsintensität nur halb so ernst zu nehmen. Das glaube ich nämlich nicht.

Kivi hat gesagt…

Also das war mal ein Eintrag, Hut ab :) Du solltest ein Buch schreiben finde ich. Denn mir persönlich hat dein Eintrag gerade jetzt arg geholfen. Fiese kleine Zweifel trage ich seit einigen Tagen (oder so) mit mir herum, und nun weiß ich endlich Bescheid :)

In den letzten Jahren habe ich gelernt daß ich mir selber genug bin, ich kann durchaus alleine sein, ohne mich einsam zu fühlen. Ich mag gerne Zeit nur mit mir verbringen, aber für viele andere scheint das befremdlich zu sein. "Du bist doch jetzt schon xy Jahre, andere sind schon lange verheiratet und haben 3 Kinder". Na und? Die sind nicht ich, und ich bin nicht die.
Froh sein kann ich daß meine Familie das ganz locker sieht. Die bringen keine solchen Sprüche, hauptsache ich bin glücklich, das ist ihr Motto. Tolle Menschen sind das :)

Ich schau einfach mal ob sich dadurch was an meiner jetzigen neuen Beziehung ändert, weil ich gelernt habe daß ich mich mit mir nicht einsam fühle.

Auf jeden Fall ein toll geschriebener Eintrag, danke dafür :)

Hummel hat gesagt…

Vielen Dank, Kivi. =)

Ich finde ja, wenn man selbst alleine gut klarkommt oder sogar gerne alleine lebt, weil einem wirklich nichts fehlt, dann bringt das ein gehöriges Maß Selbstbestimmung mit in eine neue Beziehung. Das bedeutet einerseits, man fordert für sich selbst Dinge ein, andererseits aber auch, daß man den Partner mehr über sich selbst bestimmen läßt. Aber vielleicht empfinde ich das auch nur so, ich kann mir nicht vorstellen, daß es dazu irgendwelche statistischen Zahlen gibt. ^^
Auch ohne zu wissen, woran Du zweifelst, freut es mich, wenn Du Dich positiv angestubst fühlst beim Lesen. Und eine tolle Familie ist durch nichts aufzuwiegen; das ist ein großes Glück, das ich auch habe. =)

athena hat gesagt…

Ne klar, da hast Du schon Recht, keine Frage... Wichtig ist ja immer nur dass beide Partner glücklich sind und dass alles offen geklärt ist, mehr eigentlich nicht. Dann ist es im Prinzip völlig Schnuppe wie man lebt.
Und was die sog. alten Werte angeht, da gebe ich Dir auf jeden Fall Recht. Ich rede von dem, was ich darunter gerne verstehe... ;-))

Ashmodiel hat gesagt…

Meine Meinung kennst Du glaub ich auch =)
Und ich denke, die Fragen kann man alle nicht pauschal beantworten oder sagen, wie es am besten zu sein hätte, weil sie sich jeder nur alleine beantworten kann.
Und ich bin 100mal lieber alleine, als mit einer Pissflitsche zusammen ^^

Hummel hat gesagt…

Amen, Schwester. =)

Ich finde solche Themen nur immer wieder mal diskutierenswert, gerade WEIL man sie nicht pauschal beantworten kann, es aber dennoch oft genug getan wird. Jeder Liebesschmöker, jeder Holly- oder Bollywoodfilm, jeder Song im Radio schlägt in dieselbe Kerbe.
Falls man anders tickt, traut man sich doch schon kaum, das auch offen zu sagen. Ich meine, wieviele Leute würden sagen: Ich würde gerne polygam leben, ich habe auch eine lesbische/schwule Seite, ich liebe 2 Menschen und wäre gern mit beiden zusammen? Ich schätze, aus Angst, im eigenen Umfeld verfemt zu werden, ein verschwindend geringer Teil der Leute, die tatsächlich solche Wünsche haben.

Und ich rede hier wohlgemerkt nicht von wahllos "wildem Herumvögeln", wie Athena oben kommentierte (obwohl sicher auch damit manch einer vollkommen glücklich wäre), ich rede von echten Gefühlen.