Sonntag, 2. August 2015

Rückblick auf den Juni

Da bin ich wieder! Es ist dreiviertel neun am Morgen, ich habe mein Müsli verputzt und einen Tee neben mir zu stehen und endlich mal wieder etwas Zeit, mich schriftlich auszudrücken. Sehen wir auf den Juli zurück - ich glaube, ich habe das schon ewig nicht mehr in der Form gemacht.

[Gesehen] Sachsen, Bayern, Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt. Ich war ganz schön unterwegs.

[Gehört] Unglaublich gute Chöre (ich war nämlich unter anderem auch mit meinem Chor unterwegs), unglaublich schlechte Chöre (…und auf einem Kurs mit Laien, die laienhafter nicht hätten sein können), Motorengebrumm, Mumford & Sons, "Haaaasiiii!", die wahnsinnig laute Familie meines Bruders, blökende Schafe, Regenprasseln, Applaus

[Wetter] Es war alles dabei von tagelang 38°C im Schatten bis zu diesem durchwachsenen, nieseligem Wetter, das ich mir so gerne als "irischen Sommer" schönrede, obwohl ich damals in Irland auch jeden Tag geschwitzt habe. Ich persönlich brauche aber ehrlich gesagt keine große Hitze. Wenn heiß und trocken, ist das noch okay für mich, aber wenn heiß und Luftfeuchtigkeit, dann habe ich keine Lust mehr auf Sommer. Leider bietet meine Wohnung der Sommerunlust keine Zuflucht und ich sitze dann hier immer und dünste, mit den Füßen in einer Wasserschüssel.

[Gemacht] Konzerte! Eine Uraufführung eines Stückes aus meiner Feder kam echt gut an. Also so richtig echt gut. So gut, daß jemand aus dem Publikum zum ersten Mal den Veranstalter gefragt hat, ob es eine Aufnahme gäbe und daß ein Chorleiterkollege mich nach dem zweiten Konzert direkt um Noten gebeten hat. Yippieh!



Außerdem gemacht habe ich eine Woche Urlaub bei meinem Freund, was sehr schön und entspannend war, und ein Gildentreffen meiner WoW-Gilde. Auch das war toll wie immer. Ich bin jedes Mal fasziniert, wie eine derartig heterogene Menschengruppe sich so super verstehen kann, nur weil alle ein Hobby gemeinsam haben.

[Gesundheit] Hmm. Mein Freund sagt immer, ich sei ein Wrack. Und er liegt nicht ganz falsch. Meine Bauchkrämpfe sind noch immer da, obwohl ich mittlerweile osteopathisch behandelt wurde. Das letzte Mal (letztes Wochenende) trat es auf, nachdem ich 2 Stücke von Hummelmamas leckerem veganem Zupfkuchen gegessen hatte. Die Quarkfüllung hat sie aus Seitan gemacht - und Seitan ist, wie ich erst letztes Wochenende ergooglet habe, reines Weizengluten. Nachdem ich Anfang Juli schon ein Kohlensäure-Experiment gemacht habe (eine Woche ohne Kohlensäure, dann 1,5 Liter Apfelschorle an einem heißen Tag und mein Bauch hat in keiner Weise reagiert), mache ich jetzt ein Gluten-Experiment. Kleine Mengen vertrage ich ja, aber ich schaue auf die Tagesdosis.
Während des Kurses mit den besonders laienhaften Laien bin ich auch noch rückwärts über einen kniehohen Vierjährigen gestolpert und auf den Ellbogen gekracht. Dem geht es gut, aber die Muskeln in meinem Oberarm und meinem Genick protestieren jetzt, 10 Tage und eine liebenswürdige Osteopathin später, immer noch.
Auf der Plus-Seite: Mein Papa nimmt mich jetzt immer mit "zum Iraner". Hier ist ein Physiotherapeut, der im Iran Medizin studiert hat, was hier nicht anerkannt wurde, und ich Japan Masseur gelernt hat und dann eben in Deutschland Physiotherapie. Dieser Mann massiert wie ein Gott und Papa geht da einmal im Monat hin und nimmt mich mit und es ist tooooooll! Der Iraner (der übrigens so genannt wird, weil wir alle zu doof sind, uns einen komischen Namen zu merken, der länger als "Müller" ist) hat mir schon zweimal gesagt, ich solle doch mal meinen Mann mitbringen, damit der zugucken und mich dann zu Hause auch massieren könne. :D  Eheheheeeee, das ist für in einer Woche geplant. Mal gucken, ob der Plan aufgeht.

[Arbeit] Ohne Ende, wie immer im Juni / Juli. Konzerte, wie gesagt, Vorspiele und Prüfungen in Job B, dieser Kurs - oh, zu diesem Kurs muß ich noch was erzählen. Der wurde von einem kirchlichen Träger gestaltet und macht, daß sehr arme Leute eine Woche betreuten Urlaub mit Bildung machen können. Also auf Deutsch: Betreuung für Hartz IV Empfänger. Es gab 6 verschiedene Kurse, zu denen man sich anmelden konnte, und wir Teamleute hatten dann jeder so ca 10 Leute zu betreuen über die Woche. Das war eine ziemlich coole Sache eigentlich und ich habe in der ganzen Woche keinen gehört, der mit seinem Kurs unzufrieden gewesen wäre, also von den Urlaubern.
Alle Teamer außer mir arbeiten hauptamtlich für die Kirche. Naja, eine ist bereits berentet, hat aber früher für die Kirche gearbeitet. Ich hatte einige Monate vorher meine Honorarvorstellung erklärt und keine Reaktion bekommen. Am vierten Tag des Kurses (!) bekam ich dann einen Vertrag, in dem noch keine Summe stand und der Mann, der das Ganze finanziell leitete, druckste ein wenig herum. Es würden wohl 200 € weniger werden. Und ich würde es vermutlich so gegen Ende des Jahres bekommen. O.O
An diesem Tag, und einige Tage nach dem Kurs noch einmal per Brief und Email, bin ich zum ersten Mal wirklich vehement für mein eigenes Geld eingetreten. Ich habe seine Argumente verstanden, sie aber nicht über meine eigenen gestellt, denn "das ist ja für Hartz IV Empfänger, da muß man auch idealistisch sein, mit so einem Kurs wird man eben nicht reich" ist leicht gesagt, wenn man ein hervorragendes festes Monatsgehalt hat. Ich verdiene in guten Monaten noch immer nicht so viel, wie man mit Sozialhilfe insgesamt zu bekommen scheint, wenn ich mir so anhöre, was die Kursteilnehmer erzählt haben. Und von meinen schlechten Monaten will ich gar nicht reden. Das ist mein Idealismus, der muß reichen.
Jedenfalls war ich mutig und habe mich durchgebissen und werde mein Geld bekommen. :D




[Gelacht] Ohne Ende. Ich war ja auf nem Gildentreffen. ;-)  Außerdem mit meinem Chor <3 und meiner Familie (meine Schwester ist vor einer Woche ins Haus neben meinen Eltern gezogen) und meinem Schatz. Und hierrüber:


Ich kenne das Känguruh in Buchform seit zwei Jahren und habe damals auch sehr gelacht, aber ein Freund hat diese Videos gefunden und das, gelesen vom Autor, ist definitiv noch besser.

[Geweint] Ja. Aber ich träume nur noch selten so schlimm.

[Geärgert] Siehe [Arbeit], aber sonst nicht wirklich. "Ärger" ist das falsche Wort für diese Demütigung, die es mir seit Jahren bereitet, in meinem Beruf so unfassbar wenig gewertschätzt zu werden.

[Gefreut] Mein Freund war auf einer kleinen Tour mit Job C dabei, hat die dort mäßigen Lichtverhältnisse stumm geistig verdaut und mir eine Woche später eine Pultlampe geschenkt. *.*
Über die hervorragende Hasenpflege, während ich 2 Wochen weg war.
Meine Pferdefreundin mal wieder zu sehen.
Über den überraschenden Erfolg meines Chores auf einem Wettbewerb und über die tollen Konzerte.

[Gegessen und Getrunken] Jede Menge. :)

[Ausblick auf den August] Keine regelmäßige Arbeit, nur manche Proben gehen wieder los. Da ich irre bin und noch ein Amateurensemble gegründet habe, habe ich auch viel zu arrangieren. Sonne. Nichten und Neffen. Besuch vom Kuschelberg.

Freitag, 10. Juli 2015

Mal wieder ein Freitagsfüller und geeiste Gurkensuppe

Der Füller von hier, die Suppe weiter unten. :)

1. Ich möchte wieder mehr lesen. Und schreiben. Und komponieren. Ich stelle fest, daß Zeit zum Ausschlafen (die ich auch nicht oft genug habe) noch lange nicht ausreicht, um kreativ zu sein - es braucht auch echte Muße für die Muse. Mal sehen, vielleicht bringt der Sommer mich da ja etwas voran.

2. Gestern war das Wetter ganz anders und viel kälter; das kam nach den heißen Tagen für mich etwas plötzlich.

3. Wenn mein Leben eine Fernsehserie wäre, hätte sie den Titel The Runaway Musician - Träume eines Dorfmädchens.

4. Wie müde ich derzeit dauernd bin, ist einfach unfassbar.

5. Die Rumpelecke/schublade in meinem Haus umfaßt praktisch alles, das man als Ablageplatz betrachten kann. Darunter zählen auch die Waschmaschine, Heizkörper und die Abzugshaube.

6. Ich habe unüberlegt einen Kurs zugesagt, vor dem mir jetzt graut, aber da muss ich durch.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meinen Raid, morgen habe ich noch einiges in die Post zu bringen, außerdem sind Mittagessen bei den Hummeleltern und baden gehen mit Freunden sowie umfangreiches Kofferpacken geplant, und Sonntag möchte ich nach der Arbeit für ein paar Tage zum Hummelherzeroberer fahren.


Die geeiste Gurkensuppe ist ein unwahrscheinlich leckeres und ungenaues Rezept von der Hummelmama, das ich nach ihren Angaben ("Na ungefähr mehr oder weniger… also das mußt Du abschmecken…") folgendermaßen gestern zubereitet habe:

2 Biogurken (damit man die Schale mit verarbeiten kann)
1 Becher veganer Naturjoghurt, 500 ml
ca 500 ml Wasser
1 reife Avocado
1 kleine Zwiebel, grob gehackt
Saft von 1 großen oder 1,5 kleinen Zitronen
1 große oder 1-2 kleine Knoblauchzehen (obtional, wenn man Knoblauch mag)
Salz und Pfeffer
eine gute Handvoll Minzeblätter

Vom Wasser und Joghurt so viel unten in einen Mixer geben, daß das Schneidemesser bedeckt ist (sonst gehen die gerne mal kaputt), dann mit geschnittener Gurke und der restlichen Flüssigkeit auffüllen und kräftig durchmixen. Im Grunde müssen alle Zutaten einfach nur gemixt werden, aber der Rest hat bei mir nicht mehr reingepaßt, deshalb habe ich den Gurke-Wasser-Joghurt-Mix danach in einen größeren Topf gegossen, die restlichen Zutaten hineingetan und dann mit dem Pürierstab fertig püriert.
Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft nach Gusto abschmecken.
Man kann diese kalte Suppe auch mit Muskat, Dill oder anderen Gewürzen zubereiten.

Wir haben gestern in die fertigen Suppenschalen noch eine Handvoll Pinienkerne gestreut, das ist auch sehr lecker. Die Suppe enthält gerade genug Fett (im Joghurt und der Avocado), um sättigend zu sein, ist aber an einem heißen Tag auch sehr erfrischend und leicht und die Zubereitung dauert exakt Gurkenschneidezeit plus 30 Sekunden. :D

Guten Appetit!

Montag, 1. Juni 2015

Sonntag, 24. Mai 2015

Herzlichen Glückwunsch!

Diesen Satz höre ich seit 2, 3 Wochen dauernd. Ich hatte nicht Geburtstag. Ich habe nicht abgenommen. Ich habe keine schwere Prüfung bestanden, keinen Wettbewerb gewonnen, kein schönes Konzert gegeben, keinen Amateurfotografenpreis von der Dorfzeitung zugesprochen bekommen oder irgendetwas dergleichen. Nein.
Ich habe einen Freund.
Ich weiß nicht, ob es normal ist, aber Menschen gratulieren mir dazu. Ich selbst fand das ehrlich gesagt erstmal gar nicht so eine große Sache - jedenfalls nicht eine für die Öffentlichkeit große Sache. Was daran groß ist, ist ohnehin nicht erklärbar und findet zwischen uns beiden statt. Aber dennoch… "gratuliere!" sagte die erste Freundin, die es erfuhr, und sie meinte es aus vollem Herzen, so wie nur ein Mensch, der mich wirklich intim kennt und weiß, wie lang und ätzend der Weg zur schöneren Situation gewesen ist, es ehrlich und aufrichtig meinen kann, und ich dachte mir nichts dabei, denn sie fügte hinzu "das hast Du sooo verdient, daß Du auch endlich mal glücklich bist".
Doch dann gratulierte mir die nächste.
Und die nächste.
Und noch jemand. Ich begann, mich zu wundern.
Dann jemand aus meinem Chor. Da wurde ich wirklich stutzig.
Dann ein Arbeitskollege. Was zur Hölle?!
Dann noch jemand aus meinem Chor. Ich wurde innerlich leicht gnarf.
Okay, okay, ich bin 34 Jahre alt und seit 4 Jahren geschieden. Und alleine. Aber ist das ein Grund, mir permanent zu gratulieren, weil sich jemand in mich verliebt hat? Ich meine - sah es wirklich so aussichtslos aus? Sind alle so erleichtert, daß ich doch noch sowas wie ein normales Leben versuche und nicht altjüngferlich ende? Standen die Chancen echt so schlecht?

Hummelchen ist verliebt. In einen riesenhaften Kerl, der aussieht wie ein Kleiderschrank und laut spricht wie ein Fußballtrainer, der aber nie auch nur ansatzweise seine Kraft oder sein Alphawolfgen ausnutzt. In einen, der mich auf sich zukommen läßt, statt zu verlangen und zu ziehen. In einen, der mir sagt, ich soll alle Musik machen, die mich glücklich macht, egal, wo das ist, obwohl wir 400 Kilometer auseinander wohnen. In einen, der außer Direktheit und Ehrlichkeit, Liebe zu großen, klopsigen Hunden und einem Hobby eigentlich nichts mit mir gemeinsam hat und den ich genau deshalb wundervoll finde.
Na herzlichen Glückwunsch.

Samstag, 2. Mai 2015

Suchbegriffe im April

Auch im gerade vergangenen Monat hat mein Hummelblog mir wieder viele interessante Suchbegriffe zu bieten. Nicht immer schaffe ich es, herauszufinden, durch welchen meiner Beiträge Leute mit sowas umme Ecke kommen, aber nun gut. :)

frauen pissen auf sachen -


wildenten im flug - schön, nicht wahr?

flug hummel wetter - wir Hummeln mögen fast jedes Wetter. Bei Sommerregen führen wir wilde Balkontänze auf, bei Sturm breiten wir die Flügel aus und lassen uns tragen, bei Nieseln und Sonnenschein schließen wir die Augen und wackeln ein bißchen genüßlich mit den Fühlern. Was wir definitiv nicht tun, ist das Wetter vorherzusagen. Wir mögen nämlich Überraschungen.

oma an krückstock - offenbar immer noch rüstig und selbständig unterwegs, paßt doch.

sex ganz nett - ist nett hier die kleine Schwester von scheiße oder wurde eine bombastisch-überwätigend-fantastische Erwartungshaltung nicht erfüllt?

vegane tierbilder bilder - Ehm. Ich glaube, Bilder von Bildern habe ich im Zusammenhang mit Veganismus noch nie gepostet. Was ist eigentlich ein veganes Tierbild? Bzw. ein veganes Tierbild Bild? Hier mal ein Bild von einem vegan lebenden Tier:


Und eines von einem nichtveganen Tier.


zu nett für diese welt sprüche - ich bin auch zu nett für diese-Welt-Sprüche.

buchbindekunst - faszinierend, oder? Wer mal ein ganz persönliches Buch als Reisetagebuch, Scrap Book, Geschenk oder sonstiges selbst herstellen möchte:


Ob der Typ aus Mecklenburg ist? Sieht so aus, klingt so, benimmt sich so… Aber zwischendrin immer diese Berliner Ausrutscher. Hmm. *kopfkratz*

content - englisch "zufrieden", "Zufriedenheit" oder auch "Inhalt".

emaille topf halber liter - klingt klein und handlich.

glückwunsch geburtstag im alter macht man keine halben sachen - Wir machen alle immer nur halbe Sachen. Niemand ist in irgendwas, das er tut, jemals wirklich ehrlich endgültig konsequent. Schon alleine, weil der Versuch ggf. strafbar wäre.

kesselmundstueck - ein Kesselmundstück sieht so aus.

nährhefe vegan - ist Nährhefe nicht immer vegan? Also wenn man von den Hefekulturen absieht? In "Forks over knives- the cookbook" ist ein sehr leckeres Rezept für Pseudoparmesan, dessen Grundbestandteile Nährhefe und geriebene Nüsse sind. Ich weiß nicht, ob es das Buch auf deutsch gibt, den Film allerdings schon: Gabel statt Skalpell.


rusian sex richtig so nicht immer nur lernen - wenn Du mehr gelernt hättest, wüßtest Du, daß man russian mit doppeltem S schreibt.

Mittwoch, 8. April 2015

Canneloni mit improvisierter Broccoli-Füllung

Es ist mal wieder Zeit, über Essen zu reden und darüber, wie sehr sich wildes Herumimprovisieren bezahlt machen kann. Canneloni! Ich habe noch nie welche gegessen, geschweige denn selbst verarbeitet. Da stand nur die letzte einsame Packung im Supermarktregal und sah mich mit staubigen Augen an. Da meine Mama mir heute einen Broccoli mitgegeben hat, dachte ich, ich kann bestimmt irgendwas finden, was man da reinstopfen kann. Der Übersicht halber mache ich die Zutaten mal fett.

Zuerst habe ich einen der beiden Strünke Broccoli kleingeschnitten und zum Köcheln in einen Topf gegeben. Dann eine große Zehe Knoblauch gehackt und angebraten, gleich danach gab es eine gute Handvoll frischer Petersilie mit dazu.


Dann habe ich einen Block Räuchertofu (ca 175 Gramm), der schon ewig in meinem Kühlschrank auf Verarbeitung wartet (ich hab's nicht so mit Tofu), ebenfalls klein gehackt und mit angebraten.


Als das alles etwas brutzelte, habe ich es mit 500 ml Gemüsebrühe abgelöscht, mit viel Pfeffer gewürzt und ein wenig köcheln lassen. Parallel habe ich versucht, einen Liter Tomatensauce zusammenzukriegen (das stand so auf der Packung der Canneloni) aus einem Rest passierter Tomaten, einem Rest Sojasahne und aufgefüllt mit 4 richtigen Tomaten in Würfeln (das stand so allerdings nicht auf der Packung ^^).


Dann habe ich den Broccoli abgegossen und, weil mir dieser Tofu-"Fonds" immer noch sehr sehr wässrig vorkam, auch diesen, allerdings in einen Topf. Ich habe dann Broccoli und die Tofumischung gemeinsam in die Pfanne gegeben und nach und nach die Brühe wieder aufgefüllt und mit etwas Mehl angedickt, bis mir die Flüssigkeitsmenge gut erschien. Dann habe ich mit Salz, Muskat, Rosmarin und geriebenem Salbei nachgewürzt.

Dann gab es 300 ml von der Tomatensauce auf den Boden der Auflaufform, die Canneloni wurden gefüllt und schön nebeneinander da rein gelegt:


Nomnomnomnom…

Nomnomnomnomnomnomnomnomnomnomnomnomnomnom…

Der Rest der Sauce kam dann einfach drüber, gefolgt von einer guten Schicht Wilmersburger Pizzaschmelz (oder irgendein veganer Reibekäse halt). 40 Minuten in den 200° heißen Ofen -


- und fertig sind die Canneloni.


Der Duft wurde schon beim Öffnen der Ofenklappe speichelflußanregend.


Und wie schmeckt es? Es schmeckt Yes, Yes, Yes, Yes, YES!



Freitag, 3. April 2015

Karfreitagsfüller und Gitft?!

Der ist gar nicht so karfreiterig, wie ich erwartet hätte, sondern wenn überhaupt mehr österlich:

1. Die einzig wahre musikalische Passion Christi gibt es nicht - schließlich hat allein Bach zweieinhalb geschrieben, die jede für sich überwältigend schön sind.

Johannispassion - da krieg ich jedes Mal Gänsehaut, wenn der Chor auf die Frage, welcher Verurteilte begnadigt werden soll, brüllt: "Nicht diesen, sondern Barrabam!" und der Evangelist ergänzt: "Barrabas aber war ein Mörder."

Matthäuspassion:


Markuspassion in der Rekonstruktion von Ton Koopman:



2. Leute, die mich besuchen, sagen meistens nur kurz hallo und gehen dann direkt das Haustier kraulen. Da ich es mit meinen Eltern genauso mache, schätze ich, das ist total normal.

3. Zur Verstärkung habe ich 2 gute Boxen und ein Mikrophon. :)

4. Vermutlich werden Sojajoghurt mit Früchten und Toast mein Osterfrühstück. Immerhin kann ich jetzt wieder normal essen, nachdem ich mich die ganze Woche nicht richtig getraut habe.

5. Aktuell sind die Temperaturen brrr, aber immerhin scheint die Sonne. Wenn ich nachher rausgehe, werde ich also wohl die Kamera mitnehmen.

6. An ihren Taten erkennt man Arschlöcher ebenso wie gute Menschen - Worte bringen nicht viel.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend nachmittag freue ich mich auf einen Ostermarkt, morgen habe ich gar nichts geplant, null, nada, niente, und Sonntag möchte ich meinen Bruder besuchen, worauf ich mich schon sehr freue.



Gift?!

Gestern kam ich nach Hause, nachdem ich meine Eltern besucht hatte und parkte auf einem großen öffentlichen Parkplatz, der gegenüber von meinem Wohnhaus ist, in meiner gewohnten Parklücke. Diese ist ganz am Rand neben den Glas- und Altkleidercontainern, und als ich ausstieg, sah ich zwischen Auto und Containern einen bräunlichen Haufen liegen. Einen ziemlich großen Haufen. Er bestand aus rohem Fleisch, Hunde-Nassfutter, etwas das wie Gulaschsauce aussah und einer Nudel. Da solche Dinge nicht häufig gemeinsam auf einem Teller landen, keine Verpackung zu sehen war, ebenso keine Scherben und es auch gar nicht verspritzt sondern beinahe sorgfältig dort "angerichtet" lag, dachte ich, das sei bestimmt nicht runtergefallen. Mir fällt jedenfalls keine Situation ein, in der mir diese Lebensmittel gleichzeitig auf einen Haufen fallen könnten, und zwar aus nicht mehr als 10 cm Höhe, damit es nicht spritzt.
Also dachte ich noch weiter und erinnerte mich, daß vor 2 Tagen im Hausflur bei uns braune Flecken auf jeder zweiten Treppenstufe bis in den ersten Stock aufgetaucht waren - da ist vermutlich jemand in eine Tretmine gelatscht. Und ich erinnerte mich, daß der Hund meiner Eltern letztes Jahr mal was sehr böses gefressen hat. Ich gehe also davon aus, daß diese schmackhafte Mahlzeit hier, die eindeutig nicht zufällig und auch nicht unfällig auf dem Boden gelandet ist, ein Giftköder für Hunde ist.

Weil irgendjemand die Haufen seiner Hunde nicht wegräumt, was ein Arbeitsaufwand von 10 Sekunden ist.
Weil irgendjemand beim Laufen nicht hingeguckt hat.
Weil irgendjemand zu den Leuten gehört, die eigene Missgeschicke an anderen bestrafen müssen.
Weil irgendjemand ein sadistisches Schwein ist.

Ich habe Flyer-Fehldrucke im Auto über den halben Innenraum verstreut zu liegen, und jetzt haben sie endlich einem höheren Zweck gedient, ich habe sie nämlich benutzt, um das Desaster dort wegzuräumen und bei uns in die Mülltonne zu tragen. Bei dem Gedanken, daß irgendein Tier - nicht der Besitzer, der seiner Aufräumpflicht nicht nachkommt, vermutlich nicht der Hund, der die zertretene Wurst gelegt hat, vielleicht nicht einmal irgendein Hund sondern ein Fuchs oder was hier sonst noch herumläuft - Gift frißt, könnte ich Amok laufen. Ich möchte den Menschen, der das getan hat, mit dem Gesicht immer abwechselnd in Hundekacke und seinen eigenen Köder tauchen, bis ihm Hirnzellen wachsen.

AAAAARRRRRGGGGHHHHHH.

Und ich möchte noch einmal betonen, daß ich Pazifistin bin. Ich bin ernsthaft der Überzeugung, daß es für jedes Problem eine bessere Lösung als Gewalt gibt, ja, daß Gewalt sogar immer die von allen schlechteste Lösung ist, weil sie schlicht die schlimmsten neuen Probleme nach sich zieht.
Allerdings bin ich nach wie vor ein Mensch, der die meisten Tiere höher schätzt als die meisten Menschen. Und ich könnte ausflippen, wenn ich sehe, was wir Tieren - Schutzbefohlenen! - antun. Soll vielleicht der von Erdöl verseuchte Seehund auf der Bohrinsel auch mal einen Giftköder auslegen? Oder das am Frackingunfall verreckte Reh? Oder der ohne Not erschossene Braunbär? Die Puten, die in riesigen Mastfabriken auf einer 30 cm dicken Schicht aus Scheiße stehen? Die Waldtiere, die aus weggeworfenem Müll Essensreste futtern und daran elendig zugrunde gehen? Sollen die sich alle mal aufmachen und so viele Giftköder auslegen, wie wir es verdienen?

Mist, ich werde polemisch. Ich hör jetzt auf.